Sport : Mutloser Auftritt

Alba droht nach dem 73:82 in Bamberg das frühe Aus

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Irgendwann im dritten Viertel spielte die Musikregie im Bamberger Forum ein Lied ein, das die Basketballprofis von Alba Berlin sehr gut gekannt hatten: „Stand up for the champions.“ Normalerweise ertönt dieser Song in der Max Schmeling-Halle bei Heimspielen der Berliner. Doch GHP Bamberg hat ihn für sich entdeckt, und es sieht so aus, als würde Bamberg den Berlinern noch etwas viel Wichtigeres wegnehmen: Die Chance, den deutschen Meistertitel zu verteidigen. Im zweiten Halbfinalspiel verlor Alba Berlin mit 73:82 (33:39) gegen Bamberg. Die Berliner liegen in der Serie nach dem Modus Best of five nun mit 0:2 in Rückstand. Bei einer erneuten Niederlage am Freitag (19.15 Uhr, Max-Schmeling-Halle) wäre Alba zum ersten Mal wieder seit zehn Jahren im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gescheitert. Das erste Spiel hatte Alba 57:69 verloren.

Richtig laut wurde es erstmals im Bamberger Forum vor 4700 Zuschauern, als Alba Berlin nach Dreipunktewürfen der Bamberger Uvis Helmanis und dem 40-jährigen Derrick Taylor 8:15 in Rückstand geriet. Wie schon im ersten Spiel fielen die Feldwürfe der Berliner nicht in den Korb. Nur durch Freiwürfe näherte sich Alba zum Ende des Viertels wieder auf 14:16 an.

Das zweite Viertel startete hitzig. Albas Teoman Öztürk stoppte einen schnellen Angriff der Bamberger mit einem Foul an der Mittellinie. Bambergs Trainer Dirk Bauermann erregte sich darüber so sehr, dass die Schiedsrichter ihm ein technisches Foul pfiffen. Dabei lief es gut für Bamberg. Nach einer 0:8-Serie geriet der Deutsche Meister erstmals größer in Rückstand: 19:28. Zur Pause (33:39) blieb Bauermann noch etwas länger auf dem Parkett und diskutierte mit den Schiedsrichtern. Insgesamt jedoch waren die Foulverteilung zur Pause beinahe ausgeglichen: Berlin 15, Bamberg 18.

Lediglich 36 Prozent der Feldwürfe hatte Alba getroffen, doch unmittelbar nach der Halbzeit schien das besser zu werden. Alba glich durch zwei Dreipunktewürfe aus – um sofort wieder eine 0:8-Serie zu kassieren: 39:47. Symptomatisch für das mutlose Berliner Spiel war, als sich Marko Pesic einen Fehlpass leistete, und dann zu spät zurück in die Verteidigung eilte. Sein Gegenspieler Kullämäe erhöhte mit einem Dreipunktewurf auf 46:57. Kurze Zeit später lag Alba sogar mit 13 Punkten zurück.

Fünf Minuten vor dem Ende kam Alba durch zwei Dreipunktewürfe von DeJuan Collins wieder näher heran: 64:68. Doch Bambergs Rick Stafford antwortete kurz vor dem Ende ebenfalls mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen: 66:74. Erneut hatte die Bamberger Mannschaft die Berliner Individualisten geschlagen. Wenig spricht dafür, dass es ihr am Freitag nicht noch einmal gelingen wird.

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