Sport : Mythos aller Klassen

Michael Rosentritt

verneigt sich vor Max Schmeling Der Tod Max Schmelings stoppt den Sport für einen Tag. Heutzutage mobilisiert der Sport weltweit mehr Menschen als zu seiner aktiven Zeit. Was es mittlerweile zu verdienen gibt, steht in keinem Verhältnis zu damals. Heute gibt es mehr Stars und Sternchen als Disziplinen bei Olympia. Doch mit Max Schmeling stirbt ein Jahrhundertsportler.

Seine Popularität verdankt Schmeling seiner Gabe und seiner Zeit. Aber warum ist sie bis heute ungebrochen? Neben vielen Gründen ist es ein einfacher Titel. Schmeling wurde Weltmeister im Schwergewicht, Meister aller Klassen, wie es damals noch hieß, als mit den Titeln noch nicht so inflationär umhergeworfen wurde wie heute. Mittlerweile gibt es in 17 Gewichtsklassen, also für fast jedes Kilogramm Titelkämpfe, die von mehreren Verbänden ausgetragen werden. Selbst die Insider haben längst den Überblick verloren. Schmeling aber durfte sich Meister aller Klassen nennen.

Die Namen der vielen Weltmeister werden von der Zeit ausgelöscht. Nicht aber die der alleinigen Weltmeister im Schwergewicht. Schmeling selbst sagte: „Sie leben wie ein Herkules im Gedächtnis fort, aufgehoben in der Legende.“

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