Nach Aus im DFB-Pokal : Beim 1. FC Union Berlin sind nur die Fans offensiv

Der 1. FC Union Berlin schwächelt auch mit Torsten Mattuschka im Angriff – beim Pokal-Aus in Heidenheim wird offensichtlich, dass die Köpenicker noch einen Stürmer brauchen.

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Verloren bei Vollzeitdebüt. Torsten Mattuschka (l.) kam erstmals in der Saison von Beginn an zum Einsatz, war gegen die Heidenheimer um Philipp Riese aber glücklos.
Verloren bei Vollzeitdebüt. Torsten Mattuschka (l.) kam erstmals in der Saison von Beginn an zum Einsatz, war gegen die...Foto: Imago

Berlin - Heidenheimer Fans waren noch Stunden nach dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Union beeindruckt. Weniger spielte da der 2:1-Sieg ihres 1. FC Heidenheim einer Rolle, noch weniger die Mannschaft des Gegners. Die Berliner Fans beeindruckten die Fußball-Anhänger in dem 50 000-Einwohner-Städtchen. 500 von ihnen hatten an einem zuschauerunfreundlichen Montagabend die 600 Kilometer weite Reise auf sich genommen und eine lautstarke Dauerunterstützung geliefert. Nach dem Abpfiff warfen wohl auch deshalb einige Union-Kicker ihre Trikots in den Gästeblock.

Die Hemden mit dem DFB-Pokal-Logo werden bei Union in dieser Saison ohnehin nicht mehr gebraucht. Auch unter dem neuen Trainer Norbert Düwel setzte sich das schwache Abschneiden der Köpenicker im Pokalwettbewerb fort. An den Einzug ins Endspiel 2001 (0:2 gegen Schalke 04) konnte Union schon lange nicht mehr anknüpfen. Zum vierten Mal in den jüngsten sechs Jahren schieden die Berliner in der ersten Runde aus.

In Heidenheim blieb nach dem Abpfiff nur das Eingeständnis einer ungenügenden Mannschaftsleistung. „Was wir uns vorgenommen haben, konnten wir über weite Strecken nicht umsetzen“, sagte Unions Torschütze Fabian Schönheim. „Wir sollten viel laufen und aggressiv zu Werke gehen. Das ist uns in wenigen Situationen gelungen.“

In der Offensive gelang dem 1. FC Union aus dem Spiel heraus wenig

Erst nach dem 0:2 wurde Union munter. Doch in der Offensive gelang aus dem Spiel heraus wenig – wie schon in den Zweitliga-Begegnungen in Karlsruhe (0:0) und gegen Düsseldorf (1:1). „Unser Plan ist nicht aufgegangen, weil wir individuell in einigen Bereichen nicht unser Leistungsvermögen abgerufen haben“, sagte Düwel nach seinem dritten sieglosen Pflichtspiel.

Der Chefcoach hatte sich dazu durchgerungen, Torsten Mattuschka von Beginn an spielen zu lassen. Der Ex-Kapitän konnte aber wie der Großteil seiner Mitspieler nach vorn keine Impulse setzen. Mattuschka-Kritiker dürfte dies in ihrer Meinung bestätigen, dass der 33-Jährige im Verjüngungsprozess mehr und mehr zu einer Randerscheinung werden sollte. Mattuschka-Befürworter dürften dagegenhalten, dass Mattuschka am Verlust des Kapitänsamtes und Stammplatzes zu knabbern hat.

Ex-Kapitän Torsten Mattuschka konnte auch keine Impulse setzen

90 Minuten in der Offensivzentrale, durfte Mattuschka unter Düwel vor dem Match in Heidenheim noch kein einziges Mal ran – weder in den acht Vorbereitungsspielen noch in den beiden Ligaspielen. Düwels Urteil am Dienstag sprach dennoch klar gegen Mattuschka. „Wir hatten in allen Bereichen Probleme, vor allem im zentralen Mittelfeld waren wir eindeutig unterlegen. Heidenheim hat uns im Herzstück erwischt“, sagte Düwel. Spätestens am kommenden Montag in der Ligabegegnung bei Spitzenreiter VfL Bochum wird sich zeigen, ob Düwel Mattuschka eine weitere Chance gibt.

Norbert Düwel wird so oder so zum Nachdenken gezwungen. Saisonübergreifend ist Union nun schon neun Pflichtspiele in Serie ohne Sieg. Ohne weitere Neuzugänge scheint es dem Kader an entscheidender Qualität zu fehlen, um das von Düwel favorisierte 3-5-2-System umzusetzen. Die einzigen beiden Saisontore schossen mit Neu-Kapitän Damir Kreilach und Schönheim zwei Abwehrspieler. Neben dem noch nicht ganz genesenen Sören Brandy müsste ein Stürmer her, der ebenfalls eine höhere Torquote verspricht. Und Union muss sich beeilen: Die Transferperiode endet am 2. September.

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