Sport : Nach Bayer kommt nun Bamberg

Alba siegt 83:66 in Leverkusen und steht im Basketball-Halbfinale

Ulrich Hartmann

Leverkusen. Vier Tage Ruhe. „Das ist jetzt das Wichtigste“, sagte Marco Baldi. Am Freitag kommt Bamberg nach Berlin. Der Finalgegner aus dem vergangenen Jahr. „Das wird ein heißer Tanz“, sagte Albas Vizepräsident über das bevorstehende Play-off-Halbfinale in der Basketball-Bundesliga. Die Bamberger haben zwei Tage mehr Ruhe als die Berliner, denn sie hatten bereits am Freitag Oldenburg nach drei Spielen bezwingen können. Alba hat das Halbfinale erst am Sonntagabend im vierten Spiel gegen Bayer Leverkusen erreicht, durch einen 83:66 (45:38)-Erfolg in Leverkusen. Die Berliner gewannen die Viertelfinal-Serie somit 3:1.

„Wir hatten unsere Probleme gegen Leverkusen“, sagte Baldi am Sonntag. „Aber wir haben ihnen den Zahn gezogen.“ Mit viel Mühe. Vor dem vierten Spiel hatte Berlins Trainer Emir Mutapcic sogar „einen Vorteil“ für die ausgeruhten Bamberger gewittert. Für ihn schien bloß entscheidend, dass es nicht noch ein fünftes Spiel gegen Leverkusen gibt. Entsprechend konzentriert gingen die Berliner in das Spiel und führten schnell mit 24:9. Die Leverkusener wirkten in der Anfangsphase irritiert und verunsichert. Erst als Leverkusen sich zwischenzeitlich fing, schmolz Berlins Vorsprung dahin. Bis zur 23. Minute kam Bayer auf 44:46 heran, und nun zeigte sich, dass die nach dem Spiel von Trainer Mutapcic so gelobte Defensivarbeit vorübergehend nicht viel wert war.

Erst als das Spiel zu kippen drohte, zog Alba wieder an – und davon. Binnen fünf Minuten hatten die Berliner ihre Führung auf 61:44 ausgebaut. Am Ende war der ehemalige Leverkusener John Best mit 21 Punkten Berlins erfolgreichster Schütze. Für Bayer erzielte Demond Greene 18 Punkte. Das Spiel der Gastgeber war auch deshalb frühzeitig begrenzt, weil Bayer in das letzte Viertel mit gleich vier Leuten ging, die schon vier Fouls auf ihrem Konto hatten. Alba hatte da die wirkungsvolleren personellen Alternativen. Henrik Rödl musste gar nur in den letzten fünf Minuten aufs Feld. „Wir sind gegen Alba ausgeschieden, weil die Berliner uns nur in den ersten beiden Spielen eine Chance gelassen haben“, sagte Leverkusens Trainer Heimo Förster. „Am Sonntag hatten wir dann keine Chance mehr.“ Berlin variierte das Tempo im letzten Spiel der Viertelfinal-Serie meist nach Belieben, die Leverkusener wirkten überfordert.

Jetzt hat auch Alba eine Pause, allerdings eine kürzere als der kommende Gegner Bamberg. Vier Tage sind es bis zum ersten Halbfinalspiel, wo die Berliner in der nach dem Modus „Best of five“ gespielten Serie zunächst Heimrecht haben. Ihrem Trainer Mutapcic ist vor der nächsten Hürde nicht bange, auch wenn er sich eine Verbesserung in der Abwehrarbeit bei seiner Mannschaft wünscht. „Die letzten beiden Spiele in der Serie gegen Leverkusen waren wir in der Defensive viel besser als in den beiden ersten Spielen“, sagte er. So könne es weitergehen, findet Mutapcic. Denn dann wäre eine weitere Finalteilnahme für den Titelverteidiger aus Berlin wahrscheinlich – auch wenn Bamberg ausgeruhter als Alba in die Halbfinal-Serie gehen kann.

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