Sport : Nach Becherwurf: St. Pauli soll vor leeren Rängen spielen

Hamburg - Mit dem ersten „Geisterspiel“ in der Bundesliga-Geschichte soll der FC St. Pauli büßen. Nach dem Willen des DFB-Kontrollausschusses soll die Partie gegen Werder Bremen am Ostersamstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden, weil das Spiel gegen Schalke 04 am vergangenen Freitag nach einem Bierbecherwurf gegen den Linienrichter abgebrochen worden war. Dieses Strafmaß beantragte der DFB-Kontrollausschuss.

Der Widerspruch der Hamburger blieb nicht aus. Der Klub fordert stattdessen eine Geldstrafe, die laut Teammanager Christian Bönig auch „gut dotiert“ ausfallen könne. An diesem Freitag will das DFB-Sportgericht das Urteil im Einzelrichter-Verfahren fällen.

„Der Verein hat die Verantwortung für alle Zuschauer, trägt an dem Becherwurf aber keine Schuld. Wir verurteilen das, sehen uns aber nicht als Schuldige. Der Täter ist eine Einzelperson, gehört keiner Fangruppe an, ist nicht organisiert und somit nicht über intensive Fanarbeit zu erreichen“, sagte Bönig und versicherte, es handele sich um eine Affekthandlung und nichts Geplantes. „Es wäre bedauerlich, wenn wir in so einem wichtigen Spiel ohne unsere Zuschauer auskommen müssten“, sagte Trainer Holger Stanislawski. Zudem müssten den Zuschauern für das bereits ausverkaufte Spiel im Millerntor-Stadion die Ausgaben erstattet werden. In der Wirtschaftsbilanz des Klubs würde ein Minus von rund einer Million Euro klaffen.

Bereits am Dienstag war die beim Stand von 0:2 in der 88. Minute abgebrochene Partie mit 2:0 für die Schalker gewertet worden. Inzwischen ist ein St.-Pauli-Fan als Werfer identifiziert. Den 43 Jahre alten Tatverdächtigen erwartet eine Schadenersatzklage des FC St. Pauli. Der Kontrollausschuss bewertete auch weitere Wurfattacken während der Partie, hieß es in der DFB-Mitteilung. Bei einem ähnlichen Vorfall am 25. Oktober 2006 wurde der Linienrichter im Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC von einem Gegenstand am Kopf getroffen. Nach dem abgebrochenen Match musste Stuttgart 10 000 Euro Strafe zahlen und ebenfalls eine Partie ohne Zuschauer bestreitenFC ST. PAULI]. dpa

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