Nach dem 0:2 in Bulgarien : Holland: Bondscoach Blind muss gehen

Durch eine 0:2-Niederlage in Bulgarien droht Holland die Teilnahme an der WM zu verspielen - Bondscoach Danny Blind muss deshalb gehen.

Das war's für Danny Blind. Die Holländer müssen mal wieder einen neuen Bondscoach suchen.
Das war's für Danny Blind. Die Holländer müssen mal wieder einen neuen Bondscoach suchen.Foto: AFP

Es kam, wie es zu erwarten war. Knapp 24 Stunden nach der nächsten peinlichen Niederlage für die holländische Fußball-Nationalmannschaft hat es Bondscoach Danny Blind erwischt. Der Fußballverband KNVB teilte am Sonntagabend mit, dass er sich von Blind getrennt habe. Nach dem 0:2 der Elftal im WM-Qualifikationsspiel in Bulgarien schien dieser Schritt unausweichlich. Der wirtschaftliche Direktor des Verbandes, Jean-Paul Decossaux, hatte schon vor dem Krisengespräch in Amsterdam gesagt: „Es scheint mir klar zu sein, dass wir miteinander reden müssen.“ Fred Grimm wird die Mannschaft am Dienstag im Freundschaftsspiel gegen Italien betreuen. Als dauerhafte Lösung ist der frühere U-21-Coach allerdings nicht vorgesehen.

Blind selbst hatte sich noch am Sonntag vor dem Abflug aus Sofia kämpferisch gegeben. Wenn es vom Verband keine andere Ansage gebe, werde er gegen Italien auf der Bank sitzen. „Ich trage meine Verantwortung und bin immer noch sehr kampfeslustig“, zitierte die Nachrichtenagentur ANP den Trainer. Blind hatte die Elftal im Juli 2015 von Guus Hiddink übernommen, den Abwärtstrend seit dem dritten Platz bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien aber nicht stoppen können. Zunächst verpassten die Niederländer die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich. Nun rückt auch die Weltmeisterschaft 2018 in weite Ferne. „Wir waren auf einem guten Weg“, sagte Blind nach seiner Entlassung. „Schade, dass es jetzt zu Ende ist.“

Nach dem „Debakel von Sofia“ („Algemeen Dagblad“) liegen die Holländer hinter Frankreich, Schweden und Bulgarien lediglich auf Platz vier. In Sofia lag Blind zum wiederholten Mal in seiner Amtszeit mit einer wichtigen Personalentscheidung daneben. Für den verletzten Stefan de Vrij rückte der erst 17-jährige Matthijs de Ligt in die Abwehr, war bei seinem Länderspieldebüt aber völlig überfordert und verschuldete unter anderem das frühe 0:1 durch Spas Delew. Der Bulgare traf noch vor der Pause auch zum 2:0.

Zwar korrigierte Blind seine Aufstellung zur Pause, doch trotz jeder Menge Ballbesitz fiel den Niederländern nichts ein. Auch der Münchner Arjen Robben konnte keinerlei Akzente setzen. Der Kapitän sprach sich dennoch für einen Verbleib von Blind aus. „Ein anderer Trainer müsste es mit den gleichen Spielern machen“, sagte Robben. Es fehle einfach an Qualität, das sei eigentlich bereits vor der WM in Brasilien vor zwei Jahren so gewesen. „Mit einer anderen Spielweise haben wir da viel kaschieren können.“ (dpa)

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