Nach dem 0:3 gegen Dortmund : Guardiola sucht den Rhythmus

Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola gibt sich eine Mitschuld an der 0:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund und hat auch schon einen Lösungsansatz: "Ich muss einen Trick finden", sagt Guardiola.

Pep ohne Pepp: Auch Guardiola ist nicht unfehlbar, siehe Augsburg und Dortmund. Foto: Imago
Pep ohne Pepp: Auch Guardiola ist nicht unfehlbar, siehe Augsburg und Dortmund.Foto: Imago

Die Dortmunder Watsch’n schreckte Pep Guardiola kurz vor dem Champions-League-Duell mit Real Madrid auf. Verstört registrierte der Münchner Trainer, dass seine trägen Stars beim heftigen 0:3 im Bundesliga-Topspiel gegen eine meisterlich aufspielende Borussia in die von ihm persönlich ausgelegte Falle getappt waren. „Die Bundesliga ist vorbei“ – getreu diesem Alibi ihres Chefs spielten Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen am Samstag: emotionslos, ideenlos, widerstandslos.

„Wir haben den Rhythmus verloren“, gestand Guardiola und kreidete sich selbst „einen Fehler“ an. „Wir müssen sofort reagieren“, sagte der Spanier mit Blick auf das Pokal-Halbfinale an diesem Mittwoch gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft am 27. Spieltag in Berlin habe es irgendwie „puff“ gemacht – die Luft ist raus. „Ich muss einen Trick finden“, sagte Guardiola.

„Die letzte Gier, das muss man ganz klar festhalten, fehlt aktuell in der Liga“, gab Nationalspieler Thomas Müller zu. Nur drei seiner 833 Bundesliga-Heimspiele hat der deutsche Rekordmeister höher verloren. Das 0:3 war die erste Heimniederlage seit dem 1:2 gegen Bayer Leverkusen am 28. Oktober 2012. „Das ist ein schmaler Grat, auf dem wir agieren“, kommentierte Sportvorstand Matthias Sammer.

Es war dann ausgerechnet Dortmunds Triumphator Jürgen Klopp, der keinen Anlass sah für Panikschübe beim Champions-League-Sieger. Für ihn bleiben die Bayern Favorit auf den erneuten Titelgewinn. „Im Halbfinale gegen Real Madrid werden die Bayern auf den Punkt da sein“, sagte Klopp. Im Prestigeduell der besten deutschen Mannschaften war das nur Borussia. Klopps Systemumstellung auf 4-3-3 ging voll auf. Dortmund konterkarierte das provokante „Willkommen-beim-Meister“-Banner über dem Spielereingang der Münchner Arena. „Und ihr wollt Deutscher Meister sein“, skandierten die mitgereisten Fans.

Im Pokalfinale in Berlin könnte es erneut zum Duell Bayern gegen BVB kommen

„Das war ein Ausrufezeichen. Die Bayern sind schlagbar, das tut uns sehr gut“, sagte Kapitän Sebastian Kehl. Klopp sprach von einer „außergewöhnlichen Woche“ mit Siegen gegen Real Madrid und die Bayern. „Das war brutal harte Arbeit. Die drei Punkte gegen Bayern sind fast Bonuspunkte für uns“, resümierte er mit Blick auf Platz zwei, die praktisch fixe direkte Champions-League-Teilnahme und den Rückenwind für das Pokal-Halbfinale am Dienstag gegen Wolfsburg. „Nach Berlin zu kommen, ist das große Ziel“, sagte Klopp.

Auf Wiedersehen in Berlin. Am 17. Mai könnte es beim Pokalfinale im Olympiastadion zu einem großen Endspiel-Duell Bayern gegen Dortmund kommen. Dann dürften sich auch die Bayern wieder anders präsentieren. Am Samstag ließen sie sich auskontern und abschießen von Henrich Mchitarjan, Marco Reus sowie Youngster Jonas Hofmann. Klopp konnte sich sogar den Luxus leisten, den im Sommer nach München wechselnden Torjäger Robert Lewandowski erst nach einer Stunde zu bringen, als bei einer 3:0-Führung das Spiel längst entschieden war.

Die leichte Wadenverletzung von Nationaltorhüter Manuel Neuer und die Rote Karte für Rafinha, der Mchitarjan kurz vor Schluss bei einem Scharmützel ins Gesicht langte, komplettierten die schlechteste Saisonleistung der Bayern. Immerhin konnte Neuer nach dem Spiel Entwarnung geben. Der Bundesliga-Debütant Lukas Raeder musste ihn lediglich für 45 Minuten vertreten. (dpa)

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