Nach dem 0:3 gegen Köln : Eisbären in der Defensive

Eines ist offensichtlich nach dem verpatzten Play-off-Auftakt: Die Eisbären Berlin müssen in der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie kreativer werden.

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Kurvenstar. Der frühere Berliner Shawn Lalonde will gegen die Eisbären nur die Fans der Haie zum Rasen bringen.
Kurvenstar. Der frühere Berliner Shawn Lalonde will gegen die Eisbären nur die Fans der Haie zum Rasen bringen.Foto: dpa/Hitij

Gut verteidigt, ist halb gewonnen. So haben es die Kölner Haie am Dienstagabend gehalten beim 3:0 zum Auftakt der Viertelfinalserie der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Eisbären Berlin. Doch auch die Gastgeber zeigten defensiv eine starke Leistung, insbesondere nach dem Spiel funktionierte die Abwehrarbeit ganz hervorragend. Trainer Uwe Krupp sprach von einer ordentlichen Leistung seiner Mannschaft und blieb auch am Tag danach bei dieser Einschätzung. „Die Qualität unseres Spiels war gut genug, um gegen Köln zu gewinnen. Aber du musst irgendwann auch mal ein Tor machen.“ Als dann noch die Rede auf Mark Mahon kam, den früheren Co-Trainer der Eisbären und aktuellen Sportdirektor beim Gegner, zeigte Krupp Reflexe wie zu besten Spielerzeiten. „Mahon ist keine Story“, sagte der Berliner Trainer und blickte grimmig.

Etwas gelöster war die Stimmung natürlich bei Mahon selbst, doch auch der Neu-Kölner versuchte am Mittwoch, den Puck möglichst flach zu halten. „Alles was war, muss ich ausblenden. Letztlich geht es um die 22 Spieler auf dem Eis“, sagte er. Und ohnehin, so glaubt er, werden die Eisbären am Freitag im zweiten Spiel in Köln „stark zurückkommen“. Dafür müssen die Berliner vor allem offensiv zulegen und mehr Ideen im Abschluss entwickeln. Denn die Kölner „stehen mit fünf Mann kompakt vor dem eigenen Tor“, hat Constantin Braun erkannt. Und Verteidigerkollege Frank Hördler meinte: „Die machen das clever und lassen wenig zu.“

Ein Grund für die derzeitige defensive Stabilität bei den Kölnern hat eine Berliner Vergangenheit. Shawn Lalonde spielte in der Saison 2013/14 für die Eisbären. Der Kanadier galt als Mann mit großem Potenzial, allerdings wandelte er in Berlin zu oft zwischen Genie und Wahnsinn. Nach nur einem Jahr wechselte er in die vermeintlich bessere schwedische Liga, wo er bei Färjestad BK allerdings nicht besonders gut zurechtkam. „Aus Berlin wegzugehen, war sicherlich die falsche Entscheidung“, sagt Lalonde heute.

Shawn Lalonde würde die alten Kollegen gern schlagen - und dann nach Berlin zurück komen

Die Stadt, die Fans, die Atmosphäre in der Arena am Ostbahnhof – das mache die Eisbären zu einer Top-Adresse in Europa. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, noch einmal hier zu spielen. Und vielleicht habe ich ja irgendwann tatsächlich die Chance dazu.“ In Köln läuft sein Vertrag nach der Saison aus, es gibt allerdings Optionen des Klubs und des Spielers, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Und Haie-Trainer Cory Clouston weiß die Qualitäten seines Verteidigers zu schätzen. „Er ist groß und stark, spielt sehr körperbetont. Ich kann ihn in allen Situationen bringen.“ Im Spiel am Dienstag strahlte der 26-Jährige große Ruhe aus, dazu setzte er immer wieder offensive Akzente. „Bei uns war er früher noch ein bisschen unbeständig, aber in Köln macht er einen sehr stabilen Eindruck“, lobt Frank Hördler seinen ehemaligen Kollegen.

Letztendlich aber geht es in diesem Viertelfinalduell nicht darum, alte Freundschaften wiederzubeleben, sondern eine Runde weiterzukommen. „Natürlich würde es sich gut anfühlen, die ehemaligen Kollegen zu schlagen“, sagt Lalonde. Doch auch er erwartet, dass sich die Berliner steigern werden und es zu einer „langen und umkämpften Serie“ kommt. Tatsächlich haben die Eisbären in der Hauptrunde bewiesen, dass sie mit Rückschlägen gut fertig werden. Die Niederlage im Auftaktspiel beunruhigt die Spieler daher kaum, zumal in einer Runde, die nach dem Modus Best of seven gespielt wird. „Das war nur Spiel eins, die müssen auch erst einmal vier gewinnen“, sagt Constantin Braun und gibt sich kämpferisch: „Von uns glaubt jeder daran, dass wir die Serie gewinnen.“

Dazu ist dann allerdings nicht nur eine solide Abwehr notwendig, das wissen sie bei den Berlinern. „Du musst klug spielen, sonst wirst du bestraft“, sagt Uwe Krupp. Es könnte gegen die defensivstarken Kölner zum Beispiel klug sein, am Freitag selbst in Führung zu gehen – und die Rollen aus Spiel eins somit zu tauschen.

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