Nach dem 1:2 bei St. Pauli : Union diskutiert über Fair Play

Nicht nur über den Spielausgang wurde bei Union einen Tag nach der 1:2-Niederlage beim FC St. Pauli diskutiert, sondern vor allem über die faire Aktion von Marius Ebbers.

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Gerechter Lohn. St. Paulis Spieler bejubeln den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Zehn Minuten zuvor hatte Marius Ebbers (Mitte) ein Handspiel zugegeben.
Gerechter Lohn. St. Paulis Spieler bejubeln den Siegtreffer in der Nachspielzeit. Zehn Minuten zuvor hatte Marius Ebbers (Mitte)...Foto: dpa

Bei vielen Vereinen hätte nach einer Niederlage in der Nachspielzeit schlechte Stimmung geherrscht. Beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union stiegen die Stammkräfte einen Tag nach dem unglücklichen 1:2 beim FC St. Pauli aufs Rad und die Reservisten holten sich beim Fußballtennis gute Laune. Angesichts des Mittelfeldplatzes lassen sich Punktverluste leichter wegstecken. „Das ist definitiv so. Es ist dennoch ärgerlich und es drückt einen schon nach unten“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. Viel Zeit zum Trauern bleibt jedoch nicht. Schon am Freitag (18 Uhr) kommt Eintracht Braunschweig nach Köpenick.

Bei Union wurde auch noch mal über die Szene des Spiels diskutiert. Der Hamburger Marius Ebbers hatte nach einem Treffer in der 80. Minute nach Protesten der Berliner gegenüber Schiedsrichter Tobias Welz sein Handspiel eingeräumt. Das Tor wurde deshalb aberkannt. „Dadurch, dass Pauli noch gewonnen hat, hat Ebbers alles richtig gemacht. Wenn nicht, hätte es vielleicht auch Vorwürfe gegeben“, sagte Unions Kapitän Torsten Mattuschka. „Absicht war es nicht, aber ohne die Berührung mit der Hand geht der Ball nicht ins Tor. Ein Fernsehbeweis wäre bei solchen Dingen nicht schlecht. Dann bräuchte der Schiri den Spieler nicht fragen.“

Ebbers, dem der Verband Deutscher Sportjournalisten eigentlich schon die Fair-Play-Trophäe für das Jahr 2012 zuschicken kann, war auch von Neuhaus gelobt worden. „Er ist für mich nicht nur der Spieler des Tages, sondern vielleicht auch der Spieler der Saison“, hatte der 52-Jährige nach dem Spiel gesagt. Gestern relativierte Neuhaus. „Im Sport geht es um Fair Play. Wenn es Hand gewesen ist, soll er es sagen. Das Problem ist, dass die Schiedsrichter zu selten bei den Spielern nachfragen“, sagte Neuhaus. „Wenn das jede Woche vorkommen würde, wären alle davon gleich betroffen. Es dient doch nur dazu, die Wahrheit herauszufinden. Die würde ich von meinen Spielern auch verlangen.“ Dagegen sagte St. Paulis Manager Helmut Schulte: „Man sollte Spieler einfachnicht in so eine Situation bringen.“ Momentan erlaubt das Reglement dem Schiedsrichter, einen Spieler im Falle einer strittigen Situation zu befragen.

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