Sport : Nach dem 1:4 gegen Nürnberg soll es heute gegen die Frankfurt Lions besser laufen

Claus Vetter

Kapitän Marc Fortier will von mangelnder Einstellung und anderen Ausreden nichts wissenClaus Vetter

Marc Fortier hat sich ein wenig geärgert. 1:4 haben seine Eisbären am Dienstag gegen die Nürnberg Ice Tigers verloren - "natürlich war das kein gutes Spiel", sagt der Berliner Kapitän, aber ein Pfeifkonzert sei nun mal keine große Motivation. Fortier weiß, dass seine Mannschaft mit den Erfolgen der letzten drei Jahre in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) selbst beim Publikum für höhere Ansprüche gesorgt hat. "Inzwischen ist ein 5:0 gegen Oberhausen nicht mehr genug. Jetzt wird schon gepfiffen, wenn wir in Überzahl kein Tor schießen."

Nicht nur am Powerplay hat es am Dienstag bei den Eisbären gehapert. Viele Mitglieder des Berliner Ensembles schienen auf der falschen Veranstaltung zu sein. "Nach jeder Niederlage kann man darüber philosophieren, ob es an der richtigen Einstellung gemangelt hat", sagt Fortier dazu. "Aber für einen Profi sollte es solche Ausreden nicht geben. Eine intakte Mannschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie richtig reagiert. Nach guten oder schlechten Spielen. Daher ist es wichtig, dass wir gegen Frankfurt das Richtige machen."

Die Frankfurt Lions sind heute (Spielbeginn 20 Uhr) im Sportforum zu Gast. Eine Mannschaft, die in dieser Saison bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Seit Kotrainer Peter Obresa zum Chef hinter der Bande befördert wurde, dafür sein Vorgänger Ricki Alexander für den entlassenen Bernie Johnston den Manager-Posten übernommen hat, läuft es bei den Lions ein wenig besser. Doch ganz ohne Sorgen ist Obresa derzeit nicht. So musste John Chabot nach überstandener Verletzung in den letzten Spielen schon mehr Arbeit verrichten, als dem Trainer lieb sein konnte. "Eigentlich müsste John behutsam herangeführt werden", sagt Obresa. "Aber bei uns musste er in den letzten Spielen schon wieder bis zu 40 Minuten aufs Eis." Heute sollten der Kapitän der Lions und der frühere NHL-Star Bob Bassen ein wenig entlastet werden. Bassens Bruder Mark, Steve Palmer und Doug Kirton können wieder eingreifen. "Natürlich ist das eine Mannschaft mit viel Potenzial", meint Marc Fortier. "Zurzeit sind die Frankfurter noch nicht in bester Verfassung und daher schlecht auszurechnen. Aber wir sollten nicht so sehr an den Gegner, sondern vielmehr an uns denken."

In ihrem letzten Spiel bezogen die Frankfurter bei den Berlin Capitals eine 1:4-Niederlage, deren Zustandekommen Obresa darauf zurückführte, dass seine Mannschaft "in der Offensive eine schlechte Entscheidung getroffen" habe. Obresas Berliner Kollege Peter John Lee attestierte seinen Spielern bei deren letzter Vorstellung ähnliches. "Viele falsche Entscheidungen" hätten seine Spieler gegen Nürnberg getroffen, sagt der Eisbären-Trainer. Mal sehen, welche Mannschaft heute die richtige und welche die falsche Entscheidung fällt.

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