Nach dem Aus beim VfB Stuttgart : Armin Veh: Ein Rücktritt aus Aberglaube

Bundesligatrainer Armin Veh hat auf die Pechsträhne des VfB Stuttgart reagiert und ist zurückgetreten - aus Aberglaube. Ein Kommentar von Benedikt Voigt

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Rücktritt aus Aberglaube? Armin Veh gibt seinen Posten als Cheftrainer beim VfB Stuttgart auf. Foto: dpa
Rücktritt aus Aberglaube? Armin Veh gibt seinen Posten als Cheftrainer beim VfB Stuttgart auf.Foto: dpa

Udo Lattek hat es gewusst: Manchmal muss man als Fußballtrainer das Glück auf seine Seite zwingen, und sei es mit einem albernen blauen Strickpullover. Jörg Berger hat es auch gewusst: Manchmal muss man als Fußballtrainer das Pech aktiv bekämpfen, und sei es, indem man sich als neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt nicht auf jene Trainerbank setzt, die zwei Vorgängern nur Unglück gebracht hat. Soll heißen: Für die Trainer der älteren Generation hat Aberglaube immer eine große Rolle gespielt.

Natürlich ist es im modernen Fußball nicht unwichtig, seiner Mannschaft die Viererkette beizubringen, Gegenpressing zu üben und mit dem Ernährungswissenschaftler den Speiseplan vor dem Auswärtsspiel zu besprechen. Aber was soll man machen an jenen Tagen, an denen der Trainer das 18 Jahre alte Verteidigertalent ins Team nimmt, das wie die gesamte Mannschaft ein gutes Spiel macht – und niemand davon Notiz nimmt? Weil das Spiel nach einer umstrittenen Gelb-Roten Karte und einem noch umstritteneren Handelfmeter mal wieder verloren gegangen ist. Pechsträhne könnte man das nennen, was dem VfB Stuttgart gerade widerfährt, oder wie der Fußballphilosoph und ehemalige Co-Trainer desselben Klubs, Andreas Brehme, sagt: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß.

Jüngere Trainer hätten in dieser Situation womöglich weiter an der Aufstellung gebastelt oder die Schuld beim Schiedsrichter gesucht. Armin Veh aber ist alt genug, um eine Pechsträhne zu erkennen, wenn er sie hat. Und um zu wissen: Manchmal kann ein Fußballtrainer auch aus Aberglaube zurücktreten.

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