Nach dem ersten Sieg : Schalke ist noch Letzter, aber das Gefühl steigt

Felix Magath lässt sich den ersten Sieg seiner Schalker Mannschaft nicht miesmachen. Doch auch für ihn ist das 2:1 beim SC Freiburg nur ein erster kleiner Schritt auf dem Weg nach oben.

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Felix Magath sieht immer noch Verunsicherung in seiner Mannschaft.
Felix Magath sieht immer noch Verunsicherung in seiner Mannschaft.Foto: dapd

Felix Magath verspürte an diesem Abend des ersten kleineren Triumphs offenbar keine große Lust auf die Beantwortung von Fragen. Schließlich hatten er und seine Mannschaft das erste Spiel nach vier Bundesliga- und einer Champions-League-Niederlage gewonnen. Mit einem in letzter Sekunde zustande gekommenen 2:1 beim SC Freiburg. Und diese Minuten des bislang seltenen Glücksgefühls wollte er sich nicht durch allzu kritische Bemerkungen kaputt reden lassen. „Das Ergebnis bedeutet Erleichterung. Die ersten drei Punkte sind immer die schwersten. Ich war überaus zufrieden mit dem Auftritt der Mannschaft. Der Sieg war auch verdient“, sagte der Trainer des FC Schalke 04.

Auch wenn er kurz danach noch einräumte, dass „immer noch Verunsicherung im Spiel meiner Mannschaft zu sehen war“, so ließ Felix Magath keine grundsätzlichen Zweifel an der Darbietung seiner Spieler zu. Neben Magath saß Robin Dutt, der eine ganz andere Sicht der Dinge hatte. „Ich finde, wir hätten den Sieg verdient gehabt, weil wir über die gesamte Partie die bessere Mannschaft waren“, merkte der Trainer der Freiburger selbstbewusst an. Der Ansicht Dutts wären wohl auch die meisten Beobachter am ehesten gefolgt, denn die Freiburger bestimmten das Spiel über weite Strecken, verpassten es aber, aus ihrer Überlegenheit die nötigen Treffer zu erzielen. Lediglich Papiss Demba Cissé traf für die Freiburger.

Doch Magath schien mit diesem Erfolg, den Ivan Rakitic und Klaas-Jan Huntelaar nach beeindruckender Vorarbeit von Joel Matip mit ihren Treffern sicherstellten, sein unumstößliches Ego wiedergefunden zu haben, das in den vergangenen Tagen nicht mehr ganz so robust zu sein schien. Vor allem an der Personalie José Manuel Jurado – dem technisch versierten Spielgestalter, den Magath für 13 Millionen Euro von Atletico Madrid verpflichtet hatte – dürfte auch Magaths jüngste Verunsicherung festzumachen sein. Hatte der Trainer zuletzt stets behauptet, er können den Spanier erst spielen lassen, wenn sich seine Abwehr stabilisiert habe, stand der 24-Jährige im Breisgau erstmals in der Startelf. Hatte Magath die öffentliche Kritik angenommen? Für Jurado („Am Ball einer der stärksten, die ich je gesehen habe“) hatte der 57-Jährige das System von einem 4-4-2 eigens auf ein 4-3-3 umgestellt. „Kein Trainer der Welt weiß bei einer neu zusammengestellten Mannschaft, welche taktische Formation die richtige ist. Das muss man ausprobieren. Ich denke, wir werden so weiterspielen“, sagte Magath. Zumindest das Offensivspiel bekam durch einige Veränderungen, insgesamt fünf neue Spieler standen in der Anfangsformation, mehr spielerischen Esprit. Und zumindest Klaas-Jan Huntelaar scheint genau das zu erledigen, wofür er verpflichtet worden ist: Tore schießen. Lediglich Raúl wirkt noch immer so, als sei er auf der Suche nach seiner Rolle im Team. In der Abwehr hinterließ Christoph Metzelder, der nach seiner Muskelverletzung wieder mitspielen konnte, einen deutlich stabileren Eindruck. „Ich bin heilfroh, dass Christoph sich so zurückgemeldet hat. Die Pause hat ihm sicher geholfen. Ich hoffe, dass er die Rolle ausfüllen kann, die wir für ihn vorgesehen haben“, sagte Magath über den 29-Jährigen.

Ein Aufschwung also auf allen Ebenen? „Wir haben gezeigt, dass wir wieder da sind“, sagte Ivan Rakitic. Die Verantwortlichen und Spieler rückten in der Nacht von Freiburg außer dem Ergebnis alles in den Hintergrund. Sie vertrauen den positiven Einflüssen eines Siegs auf das Selbstbewusstsein. Die Schalker bleiben dennoch Tabellenletzter – allerdings mit einem besseren Gefühl.

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