Nach dem Finaleinzug : Wie die Eisbären leiden und siegen

Die Eisbären stehen wieder im Finale der Deutschen-Eishockeyliga (DEL). Florian Busch hat den dritten Sieg gegen Straubing mit einem brummenden Schädel bezahlt und muss um seinen Einsatz gegen Mannheim bangen.

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Da jubelt er noch. Florian Busch (rechts) feiert das 3:2 der Eisbären. Später schlug ihm Straubings Torhüter den Stock ins Gesicht.
Da jubelt er noch. Florian Busch (rechts) feiert das 3:2 der Eisbären. Später schlug ihm Straubings Torhüter den Stock ins...Foto: dpa

Am Ende war es auch eine Sache der besseren Nerven: Die hatten im hart umkämpften vierten Halbfinalspiel bei den Straubing Tigers eindeutig die Berliner Eisbären. Straubings Torwart Barry Brust verlor die seinen hingegen völlig: Nach dem finalen 4:2 für die Berliner streckte er den Torschützen Florian Busch mit einem Check gegen den Kopf nieder – und quittierte die fällige Matchstrafe noch mit hämischem Applaus.

Es war der unschöne Schlusspunkt einer denkwürdigen Serie zwischen zwei ungleichen Gegnern, in der sich die Eisbären mit 3:1 Siegen durchsetzten. Damit steht der EHC wie im Vorjahr im Finale um die deutsche Eishockeymeisterschaft. Im ersten Duell der im Modus „Best of five“ ausgespielten Serie trifft der Titelverteidiger am Sonntag in der Arena am Ostbahnhof auf die Adler Mannheim. Ob Busch dabei sein kann, ist unsicher: Am Donnerstag klagte er über Kopfschmerzen, die Schwere seiner Verletzung ist noch ungewiss.

Dass die Eisbären den Finaleinzug bereits am Mittwoch perfekt machten, hatten sie eben ihrer Nervenstärke zu verdanken. Im zweiten Drittel hatte es denkbar schlecht ausgesehen. 2:1 führten die von ihren begeisterten Fans angetriebenen Straubinger im engen Stadion am Pulverturm. Doch die Berliner bewiesen, dass sie mit solchen kritischen Phasen umgehen können. Die Erfahrung aus zahlreichen entscheidenden Spielen gab gegen den Play-off-Debütanten den Ausschlag. „Ich musste den Spielern in der Pause nur sagen, dass sie sich nicht auf Diskussionen mit den Schiedsrichtern einlassen dürften, sondern sich auf ihr Spiel konzentrieren sollten“, sagte Trainer Don Jackson. „Meine Spieler wissen selbst, wie sie in so einer Situation reagieren müssen.“

Geduldig zogen die Eisbären ihr Kombinationsspiel auf, und es war es die spielerisch stärkste Berliner Angriffsreihe mit Florian Busch, Darin Olver und Barry Tallackson, die das Spiel fast allein entschied: Alle vier Treffer entsprangen dem Zusammenwirken des Trios, aus dem Tallackson herausragte: Er erzielte die ersten beiden Tore selbst und bereitete die beiden folgenden seiner Sturmpartner vor. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte Don Jackson. „Sie hat großen Charakter bewiesen.“ Und demonstrierte dabei auch, wie sich mit Routine und spielerischer Klasse ein euphorisierter, aber unerfahrener Gegner bezwingen lässt.

In der Finalserie gegen die Adler Mannheim ist die Konstellation ganz anders. Jeweils fünf Titel holten beide Klubs seit der Gründung der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) im Jahr 1994. In den kommenden Finalspielen geht es also auch darum, wer sich künftig als alleiniger DEL-Rekordmeister feiern lassen darf.

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