Nach dem Meistertitel : Der Verlierer der Saison heißt Guardiola

Die Bayern jubeln, doch einen Verlierer der Rekord-Meisterschaft gibt es auch: Pep Guardiola. Der künftige Trainer muss hoffen, dass ihm Jupp Heynckes zumindest einen Titel übrig lässt. Ein Kommentar

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Nicht alle haben gejubelt beim FC Bayern am Samstagnachmittag. Oder hat jemand gehört, dass Pep Guardiola dem FC Bayern München öffentlich zum frühesten Meistertitel in der Bundesliga gratuliert hätte? Uneingeschränkt positiv dürfte der künftige Trainer der Münchner die aktuelle Meisterleistung jedenfalls nicht finden.

Pep Guardiola muss nach dem 23. Meistertitel der Münchner im Grunde darauf hoffen, dass Jupp Heynckes ihm noch einen Titel übrig lässt, den er dann in der nächsten Saison gewinnen kann. In der Champions League etwa, oder im DFB-Pokal. Ansonsten wäre der Katalane als Heilsbringer beim FC Bayern überhaupt nicht mehr gefordert, das Heil wäre schon längst angekommen an der Säbener Straße. Pep Guardiola müsste umschulen, auf Heilsbewahrer, was ein äußerst undankbarer Job wäre. In dieser Rolle kann er mit dem Vorgänger nur noch gleichziehen, ihn aber nicht mehr übertreffen. Verlieren hingegen kann Pep Guardiola umso mehr.

Vielleicht ist die aktuelle Meistersaison mit dem frühesten Titel der Geschichte auch die Antwort des Jupp Heynckes auf den allgemeinen Jubelsturm, der nach der Verpflichtung Guardiolas innerhalb und außerhalb des Vereins ausgebrochen war. Heynckes hat ja schon einmal durchscheinen lassen, dass er diese Personalie nicht uneingeschränkt positiv sieht. Einmal hat er seinen Nachfolger gewarnt: Man müsse das Innenleben des Vereins kennen, mit den ehemaligen großen Fußballern an der Spitze, die immer wieder Ratschläge geben, die man dann auch reflektieren müsse.

Wenn man so will, ist Pep Guardiola an diesem Wochenende der einzige Verlierer in den Reihen des FC Bayern gewesen. Wobei, eine Chance hat Jupp Heynckes seinem Nachfolger noch gelassen. Der neue Bayern-Trainer könnte in der nächsten Saison bereits am 27. Spieltag Meister werden. Oder noch früher: im Februar, im Schneetreiben.

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