Sport : Nach dem Punkteverlust der Füchse:  Der Fokus ist auf Kiel gerichtet

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Berlin - Mit hastigem Schritt eilte Silvio Heinevetter durch den Vip-Raum, für niemanden hatte er einen Blick übrig. Das Signal war eindeutig: Nach dem 27:27 gegen Melsungen am Mittwochabend wollte der Torhüter der Berliner Handballer keine Erklärungen abgeben. Sven-Sören Christophersen dagegen fand Worte: „Es war die berühmte Nadel, die man in der Kabine hätte herunterfallen hören können“, beschrieb er, was sich zuvor abgespielt hatte. Die Frustration saß tief. Dabei waren die Berliner gegen das Team aus Hessen mit einem Punkt noch gut bedient – nach einem von vielen Fehlern behafteten Auftritt in der Max-Schmeling-Halle.

„Es waren viele Dinge, die sich summiert haben“, sagte Christophersen. Die vergebenen Chancen, Abstimmungsprobleme, das Fehlen des erfahrenen Börge Lund. Schließlich gibt er zu: „Mit diesem Punktverlust hat keiner von uns gerechnet.“ Dabei bewahrte Christophersen die Füchse mit zehn Treffern vor einer Pleite. Ein überraschte Unentschieden, ausgerechnet vor dem Topspiel am Sonntag gegen den THW Kiel (17.30 Uhr/live auf Sport 1). Ob gegen Melsungen bereits zu sehr an dieses Spiel gedacht wurde? „Es sich hat gezeigt, dass der Fokus in der Bundesliga auf jeder Mannschaft liegen muss“, warnte Christophersen.

Erfolgreich ist das Team von Trainer Dagur Sigurdsson immer dann, wenn die erste Reihe über sich hinaus wuchs. So sind auch gegen Kiel in der Vergangenheit einige sehr gute Spiele gelungen. Dabei sorgten stets auch die Ergänzungsspieler für Entlastung. Diese zweite Reihe mit Iker Romero, Konstantin Igropulo oder Mark Bult ist momentan der wohl größte Schwachpunkt bei den Berlinern. „Auch da muss deutlich mehr kommen“, sagte Manager Bob Hanning. Aber es gibt Hoffnung: Oft zeigten die Füchse nach enttäuschenden Leistungen erhebliche Steigerungen. Sollte das am Sonntag wieder gelingen, wird Silvio Heinevetter sicherlich gesprächiger sein. Hartmut Moheit

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