• Nach dem Sieg: Türkische Freudenfeste in Deutschlands Städten - und einige Zwischenfälle

Nach dem Sieg : Türkische Freudenfeste in Deutschlands Städten - und einige Zwischenfälle

Zehntausende Fußballfans haben am Sonntagabend euphorisch den Einzug der türkischen Nationalmannschaft ins EM-Viertelfinale gefeiert. Laut hupend zogen sie nur Minuten nach dem Schlusspfiff in Autokorsos durch die Innenstädte. In Berlin, Hamburg, Köln und vielen anderen deutschen Städten bildete sich ein Meer aus türkischen Fahnen. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen.

Die Menschen sangen und tanzten ausgelassen auf den Straßen. „Es herrscht absolute Feierstimmung“, sagte eine Polizeisprecherin im Berliner Stadtteil Kreuzberg.  Dabei hatte die tschechische National-Elf den Türken ihren Fußball-Abend zunächst gründlich verdorben. Beim Fanfest in Hamburg gingen viele der rund 5000 türkische Fans aus Enttäuschung über den zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand ihres Teams schon frühzeitig nach Hause. Alle EM-Ambitionen schienen begraben, bis die türkische Mannschaft eine furiose Aufholjagd startete und ohrenbetäubenden Jubel vor Großbildleinwänden und in Kneipen  und Teestuben auslöste.

Nach dem 3:2-Siegtor kurz vor dem Schlusspfiff gab es dann kein Halten mehr: Die Menschen fielen sich vor Freude um den Hals. „Es ist wie ein Wunder“, rief der 20 Jahre alte Okan Türk, der mit seinen Kumpel in Hamburg inmitten der fröhlich feiernden Menge den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg genoss. Auf der Reeperbahn tanzten die Menschen auf Autodächern
und brüllten pausenlos „Türkiye, Türkiye“.  In Berlin strömten nach dem Schlusspfiff Tausende Türken auf die Straßen, fuhren hupend in Autokorsos durch die Stadt und schwenkten türkische Fahnen. In den Bezirken Kreuzberg und Neukölln, wo viele Türken wohnen, tanzten die Menschen auf der Straße, einige zündeten Feuerwerkskörper. „Es herrscht absolute Feststimmung“, sagte eine
Polizeisprecherin gegen Mitternacht.

Rund um dem Kurfürstendamm kam der Verkehr zeitweise zum Erliegen. „So was habe ich noch nie gesehen in meinem Leben“, rief ein jubelnder türkischer Fan (weiteres aus Berlin in einem Beitrag hinter diesem Link). In Köln machten 10 000 Menschen den Ring spontan zur Fanmeile. Wie bei einem Sternmarsch zogen Autokorsos aus den Stadtteilen in Richtung Zentrum, berichtete die Polizei. Am Ende habe sich ein kilometerlanger Autokorso mit mindestens 2000 Fahrzeugen gebildet.  In Stuttgart waren rund 5000 türkische Fußballfans in der Innenstadt unterwegs. „Die Menschen feiern begeistert und friedlich den Sieg ihrer Mannschaft“, sagte ein Polizeisprecher.

In Hannover strömten rund 4000 Menschen singend und Fahnen schwenkend zum Steintor. In München legten Anhänger der türkischen Nationalmannschaft den Verkehr auf der Leopoldstraße lahm. Auch Prachtstraßen wie die Düsseldorfer Kö und die Zeil in Frankfurt wurden zu türkischen Party-Meilen. In Bremen war laut Polizei „High-Life in allen Gassen“. Rund um den Bahnhof blockierten 2000 feiernde Fans mehrere Kreuzungen. In der Innenstadt fuhr zeitweise keine Straßenbahn mehr.

In Mainz kam es allerdings am Rande der Feiern zu Ausschreitungen. Die Polizei musste nach eigenen Angaben hart durchgreifen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Schon bei den vergangenen EM-Spielen der türkischen Nationalmannschaft war es in Mainz zu Zwischenfällen gekommen.

In Freiburg feierten ebenfalls mehrere hundert türkische Fans den Einzug ihrer Mannschaft in das EM-Viertelfinale. Schon kurz nach dem Schlusspfiff bildeten sich in der Innenstadt Autokorsos. Hierbei kam es zu leichten Behinderungen des Verkehrs. Gegen Mitternacht kam es im Anschluss zu der Siegesfeier zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren türkischen Fans, deren Hintergrund noch unklar ist. Ein 26-jähriger Türke musste mit einer Stichverletzung in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Beim Einschreiten der Polizei wurde ein 33-jähriger Türke von einem Polizeihund in den Arm gebissen und leicht verletzt.

 Auch im Ruhrgebiet feierten die türkischen Fußballfans. Im Bereich der Kreispolizeibehörde Recklinghausen verliefen alle Veranstaltungen störungsfrei. Nach dem Sieg der Türkei kam es zu spontanen Jubelfeiern in allen Städten. Auf vielen Straßen kam es zu Behinderungen durch feiernde Fans und hupende Fahrzeugkolonnen. Die Polizei musste außer durch Sperrung von Straßen nicht wesentlich eingreifen. (dpa/ddp)

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