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Nach dem Skibbe-Rauswurf : Wie geht es mit Hertha weiter?

Hertha BSC hat fünf Spiele in Folge verloren, ihren Trainer Michael Skibbe entlassen und weiterhin hohe Schulden. Nun übernehmen die Nachwuchstrainer Rene Tretschok (U 19) und Ante Covic (U 15) den Trainingsbetrieb.

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So einzigartig wie Berlin: Hertha BSC und Manager Michael Preetz geben derzeit kein gutes Bild ab.
So einzigartig wie Berlin: Hertha BSC und Manager Michael Preetz geben derzeit kein gutes Bild ab.Foto: dapd

Nach nur 52 Tagen im Amt ist Michael Skibbe am Sonntag als Trainer von Hertha BSC entlassen worden. Die 0:5-Niederlage am Vortag beim VfB Stuttgart war unter dem 46 Jahre alten Trainer die fünfte Niederlage im fünften Spiel. Am 22. Dezember 2011 hatte Skibbe die Nachfolge von Markus Babbel angetreten. Seitdem wurden alle vier Bundesligaspiele sowie das Pokalspiel vor wenigen Tagen gegen Borussia Mönchengladbach verloren. 13 Spieltage vor Saisonende befindet sich Berlins Fußball-Bundesligist in höchster Abstiegsgefahr. Der letzte Sieg liegt über drei Monate zurück, ein 3:2 in Wolfsburg am 29. Oktober 2011.

Woran ist Skibbe gescheitert?
Die Umstände, unter denen Skibbe Trainer wurde, waren ungünstig. Die unsaubere Trennung von Babbel, die von gegenseitigen Lügenvorwürfen begleitet war, hatte auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft gedrückt und die Vereinsführung unter Zugzwang gesetzt. Skibbe, der zu diesem Zeitpunkt noch Trainer in der Türkei war, musste aus einem noch laufenden Vertrag herausgekauft werden. Die sportliche Talfahrt aber hatte bereits unter Babbel eingesetzt. Die letzten sechs Spiele der Hinrunde war Hertha sieglos geblieben. Andererseits bezweifelte ein großer Teil der Hertha-Fans, dass Skibbe der richtige Mann für Hertha sei. So stand es in zahlreichen Internetforen zu lesen. Selbst im Präsidium soll es eine gewisse Skepsis gegeben haben. Das Binnenklima belastet haben dürfte vor allem der Kabinenskandal nach der Heimniederlage gegen den HSV, wo Interna aus der Kabine in die Öffentlichkeit gedrungen waren. So soll Skibbe den Stellvertreter des Kapitäns, Christian Lell, verbal heftig angegangen sein. Preetz stärkte daraufhin Skibbe den Rücken. Mit der Autorität des Trainers Skibbe war es von da an nicht mehr gut bestellt. Zudem unterließ es das Management, den Kader in der Winterpause zu verstärken. Kaum ein Spieler im vorhandenen Kader hat unter Skibbe sein Leistungsmaximum abgerufen.

Herthafans belagern das Vereinsgelände
Etwa 200 Ultras haben sich am Morgen am U-Bahnhof Olympiastadion getroffen und friedlich Zugang zum Vereinsgelände verschafft, um die Spieler zur Rede zu stellen.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: dapd
12.02.2012 15:34Etwa 200 Ultras haben sich am Morgen am U-Bahnhof Olympiastadion getroffen und friedlich Zugang zum Vereinsgelände verschafft, um...

Was sagen die vielen Trainerentlassungen über das Management Herthas?

Nichts Gutes. Michael Preetz hat im Sommer 2009 die Nachfolge von Dieter Hoeneß als Geschäftsführer Sport übernommen. In der Amtszeit von Preetz ist Skibbe bereits der vierte Trainer, der verschlissen wurde. Im September 2009 hatte er Lucien Favre, unter dem noch drei Monate zuvor um die Meisterschaft gespielt wurde, den Laufpass gegeben. Da waren gerade mal sieben Spieltage der neuen Saison absolviert. Preetz setzte Friedhelm Funkel als neuen Trainer ein, unter dem der Absturz nicht wirklich gestoppt werden konnte. Preetz hielt so lange an Funkel fest, bis der Abstieg Herthas nach 13 Jahren besiegelt war. Als Zweitligatrainer konnte Preetz dann Markus Babbel gewinnen, unter dem der Wiederaufstieg gelang. In der Bundesliga etablierte sich die Mannschaft unter Babbel im sicheren Mittelfeld. Nachdem Babbel im Spätherbst gesagt hatte, seinen bis zum Sommer 2012 laufenden Vertrag zwar gern erfüllen, aber nicht verlängern zu wollen, gab Hertha seine Entlassung bekannt.

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