Nach dem Spiel Hertha - Bayern : Der Mittelfinger gehört sich nicht

Das Spiel Hertha BSC gegen Bayern München war zum Verrücktwerden. Trotzdem müssen Profis professionell bleiben. Ein Kommentar.

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Münchens Trainer Carlo Ancelotti zeigte Herthas Fans den Mittelfinger.
Münchens Trainer Carlo Ancelotti zeigte Herthas Fans den Mittelfinger.Foto: dpa

Was für ein Spiel! Da erkämpft sich Hertha ein 1:0 gegen den FC Bayern München und kassiert dann eines der spätesten Tore der Bundesliga-Geschichte. In der Nachnachspielzeit. Zum Verrücktwerden ist das. Für die Berliner Fans natürlich, aber auch für Herthas Fußballer, die so tapfer dagegengehalten haben.

Verwundert es ernsthaft jemanden, dass beide – Fans und Beteiligte – nach diesem Drama die Nerven verloren haben? Dass Herthas momentan bester Spieler, der im Tor steht, einem Gegner den Ball aus kürzester Distanz in den Rücken schießt? Dass Berliner Anhänger den Trainer des FC Bayern bespucken? Und dass der das mit einer Geste quittiert, wegen der Stefan Effenberg einmal von einer Fußball-Weltmeisterschaft nach Hause geschickt wurde? Ja, der sonst coole Herr Ancelotti hat den Fans tatsächlich den Mittelfinger gezeigt. Und das ist im Jahr 2017 kein bisschen besser als 1994. Der DFB wird nun richtigerweise gegen den Bayern-Coach ermitteln.

Hässliche Gesten

Bei aller nur zu verständlichen Aufregung müssen sich Profis eben professionell verhalten. Ancelotti trainiert immer noch den FC Bayern und keinen Kreisligisten. Selbstverständlich ist es widerlich, verwerflich und hässlich, dass er offenbar bespuckt und bepöbelt wurde. Das sollten sein Verein und er auch so zum Ausdruck bringen. Sie haben aber auch die Pflicht, sich in Krisensituationen im Griff zu haben und Anstand zu zeigen. „Das gehört sich nicht, egal, wie frustriert man ist. Es sind so viele Zuschauer da, da ist das kein gutes Vorbild“, sagte Nationaltorwart Manuel Neuer – zum Frustschuss seines Berliner Torwart-Kollegen.

Neuer hat recht. Doch was für Rune Jarstein gilt, der für seine Aktion übrigens mit Gelb verwarnt wurde, muss genauso und vielleicht noch mehr für Carlo Ancelotti gelten.

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