Nach dem Triumph : Meisterlich gefeiert

Nach ihrem Finalsieg haben die Eisbären in Düsseldorf einen Partymarathon gestartet, der bis Samstag andauern wird.

Katrin Schulze,Claus Vetter

So viel Spaß musste sein. Mit den Rufen „Siehst du, Hertha, so wird es gemacht“ empfingen rund 500 Fans die Spieler der Eisbären am frühen Donnerstagmorgen am Flughafen Tegel. Ja, Berlin ist Deutscher Meister. Eishockeymeister. Und so gebührend wie es der vierte nationale Titel im fünften Jahr gebot, feierte ihn die Mannschaft von Trainer Don Jackson auch. Gegen neun Uhr morgens genehmigten sich die neuen alten Meisterprofis an der Theke des Düsseldorfer Flughafens ihr letztes Bier – vorerst.

Zuvor hatten die Berliner in der Düsseldorfer Altstadt zünftig gefeiert: In einer Art Pub-Crawl, einer Kneipentour, zogen sie johlend durch die engen Gassen. Die erste Bar: nicht standesgemäß. In der zweiten hielt man es immerhin ein paar Stunden aus, doch auch da wollte die Party nicht wirklich Schwung aufnehmen. Was macht man in so einem Fall? Genau! Man nimmt Anschauungsunterricht beim ortskundigen Gegner. Nur drei Lokalitäten weiter zelebrierte nämlich der Zweite, die Düsseldorfer EG, seine Niederlage gegen Berlin – mit Champagner und Bohei. Dieses bunte Treiben lockte schließlich so manchen Rivalen in den Nachbarschuppen mit dem Namen einer berühmten Saufstation auf Mallorca. Tanzen zu Musikmix und Mixgetränken – bis in die frühen Morgenstunden verwandelte sich die Partymeile am Rhein so in eine Eisbären-Zone. Nicht nur die Mannschaft, auch hunderte Berliner Fans waren unterwegs. Meister-Mützen, Meister-Schals und Meister- T-Shirts: Es war unverkennbar, wer hier sein Unwesen trieb. Und wem doch noch Zweifel kamen, dem gab spätestens die aus vielen Kneipen erdröhnende Hymne der Puhdys Aufschluss: „Hey, wir woll’n die Eisbären sehen!“

Das wollten am Mittwochabend schon mehr als 13 000 Zuschauer im Düsseldorfer Dome. Denn bevor die Eisbären die Düsseldorfer Altstadt vereinnahmen durften, hatten sie ihr Können ein paar Kilometer entfernt im Stadtteil Unterrath präsentiert – da noch rein spielerisch. Und mit einem Hang zum Dramatischen. Das vierte Spiel der Finalserie war spektakulär. „Es ist so unglaublich, wie die Partie gelaufen ist“, sagte Eisbären-Kapitän Steve Walker nach dem Spiel. „So unglaublich. Ich kann gar nicht genug Worte für das finden, was hier abgeht.“ 2:0 hatte die Düsseldorfer EG schon geführt. Es sah schlecht aus für die Eisbären, es sah so aus, als sollte es noch ein fünftes und entscheidendes Spiel am Freitag in Berlin geben.

Doch Spiel fünf gibt es nicht: Die Eisbären bogen eine schon verloren geglaubte Begegnung mit großem Energieaufwand und siegten 4:2. „Der Charakter des Teams hat uns den Triumph beschert“, sagte Walker. Zusammen mit den Kollegen stemmte er im Konfettiregen den Silberpokal in die Höhe: Die Feierlichkeiten, die am Samstag mit einem Autokorso und dem Empfang beim Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit weitergehen werden, konnten beginnen.

Direkt nach dem Spiel hielten die Profis erstmal eine kleine Kabinenfete zu lauter Rockmusik ab. Zwischendrin nahmen sie sich etwas Zeit, den Pokal den 600 angereisten, feiernden Berliner Fans vor der Halle zu präsentieren. Danach konnte die Spielerparty weitergehen. Bis spät in die Nacht und den frühen Morgen hinein. Schließlich wollten die Berliner ja auch noch was von ihrem Meister haben.

Nach dem Fanempfang am Flughafen Tegel machten sich die Spieler auf den Weg zu ihrer neuen Heimspielstätte unweit des Ostbahnhofs, wo sie gegen Mittag von weiteren 1000 Anhängern unter lauten Gesängen beglückwünscht wurden. Die Bierpause der Eisbären dauerte lediglich eine Flugstunde.

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