• Nach der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim: Hertha BSC: Von Quantität zu Qualität

Nach der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim : Hertha BSC: Von Quantität zu Qualität

Die Niederlage von Hertha BSC in Hoffenheim lässt sich auch mit den personellen Problemen erklären. Zuletzt fehlten den Berlinern ein paar wichtige Spieler zu viel.

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Hoffenheims Nadiem Amiri (r) und Berlins Mitchell Weiser im Kampf um den Ball.
Hoffenheims Nadiem Amiri (r) und Berlins Mitchell Weiser im Kampf um den Ball.Foto: dpa

Ondrej Duda hat es am Wochenende wieder nicht in den Kader von Hertha BSC geschafft. Stattdessen saßen Nils Blumberg, Ugur Tezel und Maurice Klehr auf der Bank. Nicht bei den Profis der Berliner, die in der Fußball-Bundesliga zum Spitzenspiel bei der TSG Hoffenheim antreten mussten, sondern beim Spiel der U 23 gegen SV Babelsberg. Die viertklassige Regionalliga ist natürlich nicht der Anspruch des slowakischen EM-Teilnehmers, den Hertha im Sommer für rund vier Millionen Euro verpflichtet hat. Aber es ist zumindest ein gutes Zeichen, dass man sicherheitshalber mal einen Blick auf die Aufstellung der U 23 wirft, um zu sehen, ob Duda vielleicht dort schon auftaucht. Seit seinem Wechsel nach Berlin hat der 21-Jährige wegen eines Knochenödems im Knie noch keine Minute für Hertha spielen können.

Und Duda ist nicht der einzige Spieler, auf den Hertha BSC aktuell verzichten muss. Bei der 0:1-Niederlage am Sonntag in Hoffenheim, der zweiten erst im neunten Bundesligaspiel, fehlten mit Vladimir Darida (Außenbandriss im Sprunggelenk) und dem rotgesperrten Valentin Stocker zwei weitere Spieler, die für die offensive Position im zentralen Mittelfeld in Frage kommen. Trainer Pal Dardai besetzte die offene Stelle mit dem 19 Jahre alten Allan, der zuvor nur bei der Niederlage gegen die Bayern in der Startelf aufgetaucht war. Noch dramatischer gestaltete sich die Situation in der Abwehr, wo mit Marvin Plattenhardt und Sebastian Langkamp die halbe Stammbesetzung ausfiel. Dass Hertha gegen eine eingespielte Mannschaft wie die TSG Hoffenheim in Schwierigkeiten gerät, ist da keine allzu große Überraschung. Überraschender ist eigentlich, dass die Berliner ihre Personalnot in den Wochen zuvor relativ unbeschadet überstanden hatten.

Vladimir Darida zum Beispiel fehlt inzwischen seit sechs Wochen. Der Tscheche galt gemeinhin als Schüsselspieler für Hertha BSC, weil er mit seiner Laufleistung stilbildend ist, weil er Fleiß mit spielerischer Qualität paart. Viele haben gedacht, dass die Berliner durch seinen Ausfall Probleme bekommen würden. Und tatsächlich verlor Hertha im ersten Spiel ohne Darida zum ersten Mal in dieser Saison (0:3 bei den Bayern), danach gab es ein Unentschieden bei Eintracht Frankfurt (3:3) – aber in der Folge kam die Mannschaft trotz Daridas Abwesenheit erstaunlich gut zurecht. Einzelne Ausfälle hat das Team von Pal Dardai bisher immer kompensieren können, aber irgendwann schlägt Quantität eben auch in Qualität um. Dafür hat es am Sonntag bei der Niederlage gegen die Hoffenheimer erste Anzeichen gegeben.

„Das war nichts“, sagte Herthas Stürmer Julian Schieber über die Leistung seines Teams. Die TSG sei spielerisch besser gewesen, spritziger, schneller. Um es kurz zusammenzufassen: Hertha spielte nicht wie Hertha. In der entscheidenden Phase Mitte der ersten Halbzeit, als auch das einzige Tor des Spiels fiel, war die Mannschaft nicht kompakt genug. Die Reihen standen zu weit auseinander, so dass die Hoffenheimer immer wieder Lücken fanden und dadurch zu einigen guten Torgelegenheiten kamen. Das ist eigentlich untypisch für Hertha. Die Mannschaft zeichnet sich durch ein gutes Raumempfinden aus, die Abstände zwischen den einzelnen Linien sind von Dardai klar definiert und werden von den Spielern penibel eingehalten. Gegen Hoffenheim aber gelang das erst nach einer taktischen Umstellung in der zweiten Hälfte wieder besser.

„Wir sind dann stark, wenn wir mit guten Automatismen zusammen spielen“, sagt Trainer Dardai. Aber dadurch, dass er seine Mannschaft in den vergangenen Wochen immer wieder habe verändern müssen, sei es derzeit nicht einfach. Vladimir Darida wird auf jeden Fall noch bis in den Dezember hinein fehlen, Valentin Stocker ist am Freitag, im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, immer noch gesperrt. Ob es für Marvin Plattenhardt (Muskelfaserriss im Hüftbereich) und Sebastian Langkamp (muskuläre Probleme im Oberschenkel und im Rücken) schon reicht, müssen die nächsten Trainingstage zeigen. Zumindest bei Plattenhardt erscheint das fraglich. Dafür könnte Ondrej Duda zum ersten Mal im Kader stehen. Für das Spiel der U23 gegen Energie Cottbus.

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