Nach der Niederlage in Quakenbrück : Alba Berlin hadert mit den Schiedsrichtern

Alba Berlin fühlt sich nach der Niederlage in Quakenbrück betrogen – trotzdem wollen die Berliner in Spiel drei kühl bleiben.

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Hände hoch! Die Alba-Spieler Sven Schultze und Vojdan Stojanovski umzingeln Quakenbrücks Chad Topper, auch Quakenbrücks Trainer Tyron McCoy (links) streckt sich.
Hände hoch! Die Alba-Spieler Sven Schultze und Vojdan Stojanovski umzingeln Quakenbrücks Chad Topper, auch Quakenbrücks Trainer...Foto: imago/nph

Am Tag danach hatte Marco Baldi nichts auszusetzen. „Ich kann den Jungs nichts vorwerfen“, sagte der Geschäftsführer von Alba Berlin. „Es war ein sehr gutes Spiel, ich weiß nicht was wir hätten besser machen können.“ Seltsam dann eigentlich, dass die Berliner Basketballer das zweite Spiel der Halbfinalserie am Mittwoch bei den Artland Dragons 84:91 (44:37) verloren hatten. Doch da waren ja noch diese Schiedsrichter. Vor allem eine Entscheidung erregte Baldi noch immer.

Alba führte 58:49 im dritten Viertel, als die Berliner einen sauberen Block von Jan Jagla gegen Bastian Doreth gesehen hatten und die Referees ein Foul. Jagla wendete sich zähneknirschend ab, für seine Verhältnisse eine gemäßigte Reaktion auf eine umstrittene Entscheidung, aber der 32-Jährige bekam ein technisches Foul obendrauf. „Ein übler Pfiff“, sagte Baldi, „danach ist das Momentum gekippt.“ Die Quakenbrücker trafen sechs Freiwürfe und waren zurück im Spiel. Und obwohl die Berliner zwischenzeitlich mit zehn Punkten geführt hatten und gut zwei Minuten vor Schluss sogar noch einmal mit einem Zähler führen konnten, verloren sie das Spiel in Quakenbrück, da die Gastgeber in der Schlussphase an der Freiwurflinie die Nerven behielten.

"Jeder zweite Angriff ein Foul"

An der Niederlage hatte auch Alba Anteil, die Berliner verloren etwa das Reboundduell 22:38, so etwas passiert ihnen in dieser Saison eher selten. Doch auch hier sah Marco Baldi die Schiedsrichter nicht unbeteiligt. „Bei Artland war jeder zweite Angriff ein Freiwurf, da kann man keine Rebounds holen“, sagte der Berliner Manager. „20 Freiwürfe für und 48 gegen uns, das reflektiert nicht die Spielweisen, das waren unterschiedliche Kriterien.“

Dieses Ungleichgewicht ärgert Baldi besonders, weil er weiß wie eng beieinander beide Teams von ihrem Leistungsvermögen sind, auch in der Spielanlage. Beide agieren in der Verteidigung hart und physisch, „das sind Schlachten auf Messers Schneide“, sagte Baldi, „da entscheiden Kleinigkeiten.“ Und deswegen taten die Berliner wieder einmal etwas, dass sie eigentlich nicht mehr tun wollten. „Wir haben uns die ganze Saison nicht mit den Schiedsrichtern beschäftigt“, sagte Baldi, „das sollte die Spieler jetzt auch nicht beschäftigten.“

Die Verantwortlichen beschäftigte es dagegen schon, Sportdirektor Mithat Demirel schimpfte noch in der Artland Arena, als die meisten der 3000 Zuschauer die Arena von Quakenbrück schon verlassen hatten. Die Spieler säßen in der Kabine und hättem sich so gefühlt, als sei ihnen das Spiel geklaut worden, wetterte Demirel.

Holston diesmal besser unter Kontrolle

Die Sensibilität der Berliner scheint so gar nicht zu passen zu einer Serie, die bisher eher brachial geführt wird. Alba spürt, dass die Quakenbrücker ihnen gefährlich nahe kommen, nicht nur weil es jetzt nach Siegen 1:1 in der Serie steht. „Sie sind eine harte Nuss“, sagt Baldi, „sie wachsen nochmal am Ende der Saison statt nachzulassen.“ Die Berliner hatten zwar David Holston im Griff, Quakenbrücks Star traf nach 20 Punkten im ersten Spiel nur zwei von acht Würfen. Dafür trafen fünf andere Spieler im zweistelligen Punktebereich. Da half es Alba auch nichts, dass David Logan seinen Wurf wiedergefunden hatte und wie Jagla 18 Zähler erzielte.

Am Sonntag in Berlin spielen die Berliner nun um den Matchball, wie es Baldi formuliert – der Gewinner dieses Spiels kann schon am kommenden Dienstag mit einem Sieg in Spiel vier in Quakenbrück ins Finale einziehen.

„Da kommen Nerven ins Spiel“, sagt Baldi, der darauf baut, „dass es uns in eigener Halle leichter fällt, kühl zu bleiben.“ Vorausgesetzt es kommt kein ungeliebter Schiedsrichterpfiff.

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