• Nach der Pleite gegen Kaiserslautern: Schalke 04 - Untauglich fürs Tagesgeschäft

Nach der Pleite gegen Kaiserslautern : Schalke 04 - Untauglich fürs Tagesgeschäft

Vor der Saison galten die Königsblauen als heiße Titelanwärter. Nun steckt Schalke 04 nach dem 0:5 in Kaiserslautern im Abstiegskampf, weil der Mannschaft Kämpfertypen fehlen.

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Sturzflug. Der Schalker Metzelder fällt über den Lauterer Ilicevic.
Sturzflug. Der Schalker Metzelder fällt über den Lauterer Ilicevic.Foto: dpa

Es war ein letzter Versuch zu retten, was zu retten war. Nachdem das 0:5 beim 1. FC Kaiserslautern feststand, schlichen die Spieler des FC Schalke in Richtung des eigenen Anhangs und versuchten die aufgeheizten Gemüter zu beruhigen. Doch diese Erniedrigung bei einem Aufsteiger war zu viel. Die Fans ließen ihrer Wut und Enttäuschung freien Lauf und hatten außer Beschimpfungen keine Botschaft mehr für die Spieler. Zuvor hatten sie sich in ihrer Verzweiflung vom Spiel abgewendet und „Wir haben die Schnauze voll!“ und „Magath raus!“ gebrüllt.

Die Risse, die zwischen Fans und Klub ohnehin seit einiger Zeit bestehen, haben sich an diesem Nachmittag in der Pfalz weiter vertieft. „Das ist bitter, wenn man da hingehen muss. Nach Kaiserslautern zu fahren ist eine ekelhafte Strecke“, sagte Manuel Neuer. „Bei so einer Kälte so eine Leistung sehen zu müssen – da kann ich den Fanaufstand verstehen. Wenn wir so weiterspielen, steigen wir auf jeden Fall ab.“ Am 24 Jahre alten Torwart hatte es allerdings nicht gelegen, dass die Schalker erstmals seit einem 1:6 in Leverkusen vor 18 Jahren wieder mit fünf Toren Unterschied verloren. Neuer hatte gerade noch eine größere Blamage gegen eine spielerisch limitierte, aber leidenschaftlich kämpfende Mannschaft aus Kaiserslautern verhindert.

Von der Euphorie des 3:0-Sieges gegen Olympique Lyon unter der Woche in der Champions League war nichts geblieben. „Zuletzt war ein Aufwärtstrend erkennbar. Aber dieses Spiel war ein Rückschlag“, sagte Schalkes Trainer Felix Magath und suchte die Ursachen für die desolate Vorstellung in der laschen Herangehensweise. „Dieses Spiel haben wir verloren, weil wir keine Einstellung hatten. Das schreit nach Konsequenzen“, sagte Magath. Welche das sein werden, ließ er zunächst offen. Am Sonntag dann verfügte Magath, dass die Schalker nach dem Weihnachtsurlaub bereits am 27. Dezember wieder ihre Arbeit aufnehmen müssen.

Nach dem Spiel in Kaiserslautern stellt sich die Frage, ob sich die Mannschaft gegen kämpferisch starke Teams nicht wehren will oder es vielleicht gar nicht kann, weil sie nicht über die passenden Spielertypen verfügt. Immer, wenn es dem Gegner gelungen ist, dauerhaft Druck auf Spieler wie Klaas-Jan Huntelaar oder Raúl auszuüben, ist nichts mehr von deren spielerischer Klasse zu sehen. In der Champions League, in der viele Gegner lieber angreifen als verteidigen, haben die Schalker deutlich weniger Probleme. Es bleibt ein Strukturproblem dieser von Felix Magath zusammengestellten Mannschaft.

„Ich denke, dass das Hauptproblem ist, dass Spieler bei uns die Champions League einfach zu hoch gewichten im Vergleich zum Tagesgeschäft Bundesliga“, sagte Magath. Mit 13 Punkten aus 14 Spielen hat spätestens seit dem Wochenende der Abstiegskampf in Gelsenkirchen begonnen. Magath gab am Sonnabend zu, wie ernst die Lage bei Schalke ist: „Ich muss Manuel Neuer recht geben. Wenn wir so weiterspielen, steigen wir ab.“ Am Sonntag aber flüchtete Magath nach dem Vormittagstraining mit dem Auto vor den Medien und gab keinen Kommentar ab.

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