Sport : Nach der Transferperiode ist vor der Transferperiode

Bei Hertha BSC laufen bereits die Vorbereitungen für die nächste Saison

Stefan Hermanns

Berlin - Dieter Hoeneß hat am Montag einen ersten Eindruck davon bekommen, was ihn in den nächsten Monaten erwartet: Wann immer ein interessanter Spieler auf den Markt zu kommen droht, wird er mit Hertha BSC in Verbindung gebracht. Am Sonntag hat Matthias Sammer, der Trainer des VfB Stuttgart, seinen Torhüter Timo Hildebrand aufgefordert, sich binnen einer Woche zur Verlängerung seines Vertrages zu äußern, am Montag verkündete eine Boulevardzeitung auf ihrer Titelseite „Neuer Torwart-Geheimplan: Hildebrand zu Hertha?“ Der Plan ist noch so geheim, dass nicht einmal Dieter Hoeneß, der Manager des Berliner Fußball- Bundesligisten, von ihm weiß: „Das ist völlig aus der Luft gegriffen. Ich habe nicht mit Timo Hildebrand gesprochen.“

Während die aktuelle Transferperiode für Hertha BSC eher gemächlich verläuft, könnte die nächste im Sommer umso turbulenter werden. Zwölf Verträge laufen am Ende der Saison aus. Hertha steht der größte personelle Umbruch seit dem Bundesliga-Aufstieg vor acht Jahren bevor. Obwohl die Personalplanungen für die Rückrunde noch nicht beendet sind, obwohl noch nicht geklärt ist, ob Ilhan Mansiz einen Vertrag erhält, ob Marko Rehmer und Michael Hartmann doch schon in der Winterpause gehen, beschäftigt sich Hoeneß bereits mit dem Kader 2005/06.

„Ein paar Eckpunkte stehen fest“, sagt Herthas Manager. „Wir werden nicht fünf oder sechs Spieler holen, sondern maximal zwei oder drei feste Größen.“ Wie in den vergangenen Jahren soll die Mannschaft punktuell ergänzt, dazu der Kader gestrafft werden. „26, 27 Spieler werden es werden“, sagt Hoeneß. Die Zahl ist immer noch vergleichsweise hoch, was aber daran liegt, dass bei Hertha der Übergang zwischen dem Profi- und dem Amateurteam fließend ist. „Wir wollen den Anteil der fertigen Spieler verringern“, sagt Hoeneß. Dafür werden im Sommer wieder zwei oder drei Auszubildende aus dem eigenen Nachwuchs zu den Profis stoßen.

Klar ist, dass Hertha zur nächsten Saison einen Stürmer verpflichtet – unabhängig davon, ob Mansiz bereits für die Rückrunde unter Vertrag genommen wird. Fredi Bobic hat angekündigt, dass er den Klub verlassen wird. Seine Position muss also neu besetzt werden. Hoeneß hat dafür auch schon einen konkreten Kandidaten im Auge.

Mit den Spielern, die Hertha trotz auslaufender Verträge halten möchte, „beginnen wir Anfang Februar die eigentlichen Gespräche“, sagt der Manager. Im März oder April sollen die Verhandlungen zu einem Abschluss kommen. Nahezu sicher ist, dass Andreas Schmidt bleibt. Er wird in der neuen Saison aber hauptsächlich in der Regionalliga spielen. Der Vertrag mit Niko Kovac verlängert sich bei 25 Saisoneinsätzen; er hat bisher 14-mal gespielt. Giuseppe Reina soll bleiben, obwohl er die notwendige Einsatzzahl für eine automatische Verlängerung nicht mehr erreichen kann. Auch Andreas Neuendorf kann als Liebling des Berliner Publikums damit rechnen, einen neuen Vertrag zu bekommen. Ebenso Torhüter Christian Fiedler. „Es wird in Kürze Gespräche geben“, sagt sein Berater Thomas Kroth.

Möglicherweise werden aber auch Spieler Hertha verlassen, die noch einen Vertrag über das Saisonende hinaus besitzen. Alexander Ludwig hat einen Wechsel angekündigt, falls sich an seiner Situation als Ersatzspieler nichts ändert. Ähnlich sieht es bei Pal Dardai aus, der seinen Platz im Mittelfeld an Kovac verloren hat. „Ich bin sehr froh, dass ich Pal habe“, sagt Trainer Falko Götz. Dardai will in der Rückrunde um einen Stammplatz kämpfen; sollte er diesen Kampf aber verlieren, werde er um eine Auflösung seines Vertrags (bis 2007) bitten. Angeblich ist der 1. FC Köln an seiner Verpflichtung interessiert.

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