• Nach Ellenbogencheck gegen David Alaba: Zlatan Ibrahimovic grinst dreist und bleibt ohne Strafe

Nach Ellenbogencheck gegen David Alaba : Zlatan Ibrahimovic grinst dreist und bleibt ohne Strafe

Zlatan Ibrahimovic sorgt im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich mit einem Ellenbogencheck gegen David Alaba mal wieder für negative Schlagzeilen.

Ibrahimovic sah gegen Österreich die Gelbe Karte - allerdings nicht für das Foul an David Alaba.
Ibrahimovic sah gegen Österreich die Gelbe Karte - allerdings nicht für das Foul an David Alaba.Foto: dpa

Zlatan Ibrahimovic grinste dreist und hatte alles andere als ein schlechtes Gewissen. „Ich denke, dafür sollte ich 40 Spiele gesperrt werden“, kommentierte der schwedische Fußball-Star nach dem 1:1 (1:1) im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich seinen Ellbogenschlag gegen Bayern-Profi David Alaba mit spöttischem Unterton.

Ibrahimovic, der über ein Karriereende 2016 nachdenkt, hatte gut lachen. Schließlich blieb sein Ellenbogencheck ungestraft. Und eine nachträgliche Strafe muss der Torjäger auch nicht fürchten. Der Schiedsrichter sah die Aktion und entschied auf Freistoß für Österreich. Weitere Sanktionen gab es gegen den wuchtigen Angreifer von Paris St. Germain zur Verwunderung von David Alaba aber nicht. Der Bayern-Profis beschwerte sich massiv, aber vergeblich. Ibrahimovic ging nach dem Zweikampf sogar noch auf den Defensivspieler los und warf ihm theatralisches Verhalten vor.

Die Ausraster von Zlatan Ibrahimovic sind so berühmt wie seine genialen Momente

In Österreich wurde die Aktion weniger humorvoll aufgenommen. „Der Schiedsrichter hatte Angst, normalerweise muss Zlatan mit Rot vom Platz gehen“, schimpfte Aleksandar Dragovic. Sein Teamkollege Zlatko Junuzuvic sprach von einem „Star-Bonus“. Immer wieder Ibrahimovic. Seine Ausraster sind so berühmt wie seine genialen Momente. In Frankreich streckte er einst Torhüter Stephane Ruffier vom AS St. Etienne mit einem Kung-Fu-Tritt nieder, in Italien verpasste er mal im Spiel gegen den SSC Neapel seinem Gegenspieler Salvatore Aronica eine Ohrfeige. Sechsmal sah er bereits die Rote Karte.

Seine Fans haben ihm aber stets verziehen, denn „Ibracadabra“ steht für Tricks und Tore. Und was für welche! Gegen England traf er in einem Länderspiel per Fallrückzieher aus 30 Metern. Viermal war er in Italien und Frankreich schon Torschützenkönig. Tore, die ihm bei seinen Stationen in Holland, Italien, Spanien und Frankreich elf Meisterschaften bescherten.

Seine schlechten Manieren bekam eine italienische TV-Moderatorin zu spüren, die von ihm angepöbelt wurde. Der Sohn bosnischer Einwanderer, der im Problemviertel von Malmö aufwuchs, leistete sich auch schon ein Wettrennen mit der Polizei - mit Tempo 325 auf der Autobahn, wie der Ferrari-Liebhaber in seiner Biografie stolz berichtete. Größenwahn, der bei Pep Guardiola gar nicht gut ankam. Der heutige Bayern-Coach sortierte den Bad Boy einst beim FC Barcelona nach nur einer Saison wieder aus.

Doch Ibrahimovic hat auch noch eine andere Seite: Da sich die schwedische Nationalmannschaft der geistig Behinderten die Reise zur anstehenden Weltmeisterschaft nach Brasilien nicht leisten konnte, begab sich Stefan Jonsson, Co-Trainer des Teams, auf die Suche nach Mitteln und Wegen, um die Kosten durch Spenden zu finanzieren. Dazu fragte er alle schwedischen Nationalspieler, ob sie eines ihrer Trikots zur Versteigerung bereitstellen würden. Johan Elmander, Per Nilsson, Andreas Isaksson, Kim Källström und viele andere sicherten ihre Trikots zu. Nur Zlatan Ibrahimovic nicht. Der fragte nur: "Was zur Hölle willst du mit einem Trikot?" Jonsson wollte sich gerade erklären, als Ibrahimovic nachlegte: "Was kostet die Reise?" Die Reise kostet das Team circa 350.000 Kronen, knapp 39.000 Euro. Zlatan fragte Jonsson nach seiner Kontonummer – und spendierte der Mannschaft die Reise zur WM.

David Alaba hatte Österreich in Führung gebracht

Die meisten Clubs akzeptierten die Eskapaden und zahlten horrende Ablösesummen für en Schweden. Knapp 170 Millionen Euro wechselten bei den Ibrahimovic-Transfers in den vergangenen 13 Jahren den Besitzer - Weltrekord. Die schwedische Nationalelf bekommt die Tore gratis geliefert. Und wenn Zlatan Ibrahimovic mal wie gegen Österreich schlecht spielt, ist er trotzdem eine Gefahr. Den Ausgleichstreffer von Erkan Zengin bereitete er per Kopf vor (12.). Österreich war durch Alabas verwandelten Handelfmeter in Führung gegangen (7.). (dpa)

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