• Nach EM-Aus: England sucht neuen Trainer Nach vielen Absagen gilt Klinsmann als Favorit

Sport : Nach EM-Aus: England sucht neuen Trainer Nach vielen Absagen gilt Klinsmann als Favorit

London - In England beginnen die Aufräumarbeiten. Nach der verpassten EM-Qualifikation durch das 2:3 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Kroation steht nun zunächst einmal die Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Trainer Steve McClaren an. Leider entpuppt sich auch diese Aufgabe als ähnlich schwierig wie zuvor die auf dem Rasen: Der Verband hat sich von seinen Wunschkandidaten reihenweise Absagen eingehandelt. Der zunächst als Favorit gehandelte Martin O’Neill, der derzeit Aston Villa trainiert, winkte ebenso ab wie der beim FC Chelsea entlassene Portugiese José Mourinho. Auch Arsène Wenger (FC Arsenal) und Sam Allardyce (Newcastle United) signalisierten: kein Interesse. Ein solches angedeutet haben dafür der nach der Trennung von Real Madrid auf Jobsuche befindliche Italiener Fabio Capello („Ich bin für dieses attraktive Projekt im richtigen Alter“) und der Spanier Rafael Benitez vom FC Liverpool („Vielleicht …, wenn ich mein Englisch verbessere“).

Als Favorit auf den vakanten Posten gilt ein Deutscher. Nicht nur Franz Beckenbauer hält den ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann für gut geeignet. „Er spricht die Sprache perfekt, genießt durch seine Tottenham-Zeit einen glänzenden Ruf, war dort sogar mal Fußballer des Jahres“, sagte Beckenbauer. „Klinsmann sucht eine Aufgabe in einem Land mit großer Tradition und Begeisterung für den Fußball.“ Er hätte bis zur WM 2010 in Südafrika Zeit, ein neues Team aufzubauen und müsse keine Rücksicht auf Altlasten nehmen. Auch „The Times“ schlug sich auf die Seite des Schwaben. „Der anglophile Klinsmann ist bereit, wieder einzusteigen, und hat starke Meinungen, was das Training angeht.“

Klinsmann äußerte sich zu dem Thema zurückhaltend. Grundsätzlich wolle er nur unter ähnlichen Bedingungen wie beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), bei dem er nach dem dritten Platz bei der WM 2006 seinen Vertrag nicht verlängerte, wieder in das Trainergeschäft einsteigen. „Die Voraussetzungen müssen stimmen“, sagte Klinsmann auf „Sport1.de“.

Langsam setzt sich in England auch die Einsicht durch, dass ein radikaler Umbruch bei den „Three Lions“ nötig ist. Der Verband FA will parallel zur Trainersuche die Nationalteam-Organisation von Grund auf überprüfen. Und neben McClaren geraten nun auch die hochbezahlten Star-Fußballer in die Kritik. „Wenn das die goldene Generation ist, sollten wir uns so schnell wie möglich vom Goldstandard verabschieden“, sagte FA-Vorstandsmitglied Lord Mawhinney. Ähnlich äußerte sich auch Roy Keane: „Technisch ist England so gut wie Deutschland und Frankreich, England ist beinahe ein gutes Team“, glaubt der irische Coach des FC Sunderland. „Aber da sind zu viele Egos im Spiel, viel zu viele. Damit ist jeder neue England-Trainer konfrontiert.“ dpa

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