Nach-Fuchs Frederik Simak : Party für den Teenager

Die Füchse Berlin stehen im Viertelfinale des EHF-Pokals und feiern ihr Nachwuchskonzept.

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Frederik Simak (Archivfoto) warf gegen Ribnica ein Tor und sah die Rote Karte.
Frederik Simak (Archivfoto) warf gegen Ribnica ein Tor und sah die Rote Karte.Foto: Imago/Eibner

Die Füchse Berlin schaffen es mit erstaunlicher Beständigkeit, neue Gesichter aus den Tiefen des Nachwuchsleistungszentrums hervorzubringen. Beim 38:30-Sieg im EHF-Cup gegen Ribnica hieß der junge Mann, dem gesteigertes Interesse galt: Frederik Simak. Am Tag seines Debüts in der Profi-Mannschaft gelang dem 19-Jährigen aus der A-Jugend auch gleich ein Tor, ein recht schönes obendrein – und diese Geschichte passte vortrefflich zum Motto des Sonntags beim Handball-Bundesligisten, der ganz im Zeichen eines großen Jugendturniers und des Nachwuchses stand. Oder wie sie im Verein sagen: des Nach-Fuchses.

Dass Simak im ersten Einsatz für das A-Team direkt eine (zugegeben: überzogene) Rote Karte sah, interessierte später höchstens noch die Schiedsrichter, die den Spielberichtsbogen mit einem entsprechenden Vermerk versehen mussten. Ansonsten gab es von allen Beteiligten viel Lob für die Leistung im Speziellen und den sportlichen Aufwärtstrend der Mannschaft im Allgemeinen. „6000 Leute haben gefeiert, wir haben gezeigt, dass unser Nachwuchskonzept aufgeht“, bilanzierte Manager Bob Hanning. „War eine ganz nette Party.“ Nach dem fünften Sieg im fünften Vorrundenmatch stehen die Berliner sicher im Europapokal-Viertelfinale, das nach dem letzten Spieltag am kommenden Samstag ausgelost wird.

Dort droht den Füchsen allerdings ein Szenario, das sie am liebsten umgehen würden: ein Duell mit einem anderen Team aus der Bundesliga. Sollten die MT Melsungen und der SC Magdeburg ihre Vorrundengruppen nicht gewinnen – und das ist aktuell zumindest noch möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich – kommt es in den Viertelfinals an den beiden letzten April-Wochenenden zu einem deutschen Duell. „Darauf kann ich gern verzichten, unsere Gruppe war schon hart genug“, sagte Trainer Velimir Petkovic. „Aber wenn man den EHF-Cup gewinnen will, muss man ohnehin jeden Gegner besiegen.“ Dass sich dabei irgendwann die Wege der Bundesligisten kreuzen, ist angesichts der Dominanz deutscher Teams in diesem Wettbewerb nur logisch: In den letzten 13 Jahren kam der Sieger zwölfmal aus Deutschland. Im Umkehrschluss können sich die Berliner allerdings auch darauf verlassen, dass nach aktuellem Leistungsstand niemand gern gegen sie spielen möchte.

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