Nach Gelbsperren : Endspiel auf der Tribüne

Bayern fehlen die Gesperrten, aber auch die EM-Vorbereitung wird umgeplant.

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Foto: dapd
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Berlin - Holger Badstuber versuchte Fassung zu bewahren, obwohl er am 19. Mai Fußball gucken wird anstatt zu spielen. „Es wird bitter sein, auf der Tribüne zu sitzen“, sagte der Verteidiger von Bayern München. „Wenn so etwas passiert, ist man irritiert. Es wird dauern, das zu verarbeiten.“ Der Klub muss im Finale gegen den FC Chelsea auf die gelb-gesperrten David Alaba, Luiz Gustavo und eben Badstuber verzichten, „eine Katastrophe für die Jungs“, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß sagte, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge empfand „Trauer und Mitleid“. Der europäische Verband Uefa müsse darüber nachdenken, die Regelung zu modifizieren. Rummenigge schlägt vor, analog zu Welt- und Europameisterschaften, die Karten nach dem Viertelfinale zu streichen, damit kein Spieler im Finale gesperrt sein kann.

Der Gegner muss sogar vier Spieler ersetzen. Ramires, Branislav Ivanovic und Raul Meireles sind auch gelb-gesperrt, zudem fehlt Kapitän John Terry, weil er im Halbfinal-Rückspiel beim FC Barcelona nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah.

Die deutschen Nationalspieler der Münchner fehlen wegen des Endspiels aber auch Bundestrainer Joachim Löw in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft. „Unsere Vorbereitung wird sich jetzt anders gestalten. Wir müssen ein bisschen flexibler sein“, sagt Löw, der erst einmal in Madrid mitfeierte. Zum ersten Trainingscamp auf Sardinien startet die Nationalmannschaft am 11. Mai wegen des DFB-Pokalfinales, das Meister Borussia Dortmund gegen Bayern München einen Tag später in Berlin bestreiten, ohnehin nur mit einem Rumpfkader ohne vier Dortmunder und acht Münchner. Und auch wenn am 18. Mai der Umzug ins zweite Trainingslager in Südfrankreich erfolgt, werden die Münchner EM-Kandidaten noch fehlen. Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Toni Kroos, Thomas Müller, Mario Gomez und Jerome Boateng sind zunächst nicht dabei. Zudem fehlen auf Sardinien Özil und Khedira sowie die zurzeit angeschlagenen Miroslav Klose (Lazio Rom) und Per Mertesacker (FC Arsenal), da die Saison in Spanien, Italien und England jeweils erst am 13. Mai endet. „Jetzt müssen wir über den Plan B nachdenken“, kündigte Löw noch in Madrid an: „Wir werden das in den nächsten Tagen in Ruhe besprechen, wie wir das machen.“

In der kommenden Woche will sich Löw mit seinem Stab zu einer zweitägigen Klausurtagung zurückziehen und dort auch die Veränderungen in der Planung festlegen. Löw will nun mit mehr als den 23 Spielern, die zum offiziellen EM-Aufgebot zählen dürfen und bis 29. Mai gemeldet werden müssen, in die Vorbereitung gehen.

Ein Ärgernis bleibt für Löw ein anderer Termin noch nach dem Champions-League-Endspiel. Am 22. Mai, drei Tage nach dem Münchner Finale und acht Tage vor dem Ende des zweiten Trainingslagers, tritt der FC Bayern zu einem Testspiel gegen die Niederlande an – alle Stars sollen dabei sein. Dabei geht es um die Wiedergutmachung nach dem Streit um die Verletzung von Arjen Robben bei der WM 2010. Die Holländer sind am 13. Juni Deutschlands EM-Vorrundengegner.

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