Sport : Nach Hooligan-Krawallen: BFC verzichtet auf Zuschauer

Matthias Koch

Berlin - Fußball-Oberligist BFC Dynamo bestraft sich selbst für die am vergangenen Sonnabend von BFC-Hooligans verursachten Ausschreitungen während der Begegnung gegen den 1. FC Union Berlin, die nach 77 Minuten beim Stande von 1:1 abgebrochen werden musste. Das letzte Heimspiel der Saison am Sonntag gegen Anker Wismar werden die Berliner freiwillig ohne die Unterstützung ihrer Fans bestreiten. „Wo hätten wir sonst spielen sollen“, sagt BFC-Präsident Mario Weinkauf.

Ursprünglich wurden die Hohenschönhausener vom Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) für die sportlich bedeutungslose Partie mit einer Platzsperre belegt. Allerdings gibt es derzeit in Berlin kaum Sportanlagen, wohin der Klub angesichts seiner Sicherheitsproblematik ausweichen könnte. Also bat Dynamo den NOFV, das Sportforum für ein Geisterspiel vor Journalisten und vermutlich wenigen Fans aus Wismar freizugeben. Der Verband stimmte am Mittwoch zu. „Wir haben Gnade vor Recht ergehen lassen“, sagt Wolfgang Zimutha. Der Vorsitzende des NOFV-Sportgerichts aus Dresden wird am Montag nach Berlin reisen, um mit Funktionären des BFC Dynamo, 1. FC Union und der Polizei über die Vorkommnisse beim Skandalspiel am 13. Mai zu beraten. Dass die Punkte vom abgebrochenen Spiel zum 1. FC Union wandern, scheint klar. Offen ist, wie hoch die Platzsperre und die Geldstrafe ausfallen. Selbst eine Abstufung des Klubs in die Verbandsliga ist möglich.

BFC-Präsident Mario Weinkauf wird sich trotz der Randale beim Spiel gegen Union am 6. Juni wieder zur Wahl stellen. „Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Wir wollen den Verein nicht Idioten überlassen“, sagt Weinkauf. Er wolle seinen „Demokratisierungsprozess“ fortsetzen. Beim Nachholspiel am Mittwoch beim BFC Preussen trugen die Dynamo-Spieler Trikots mit dem Aufdruck „Keine Macht der Gewalt“. Dynamo gewann 3:1.

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