• Nach irrtümlicher Disqualifikation: Lilli Schwarzkopf gewinnt Silber im Siebenkampf

Nach irrtümlicher Disqualifikation : Lilli Schwarzkopf gewinnt Silber im Siebenkampf

Was für ein Drama! Lilli Schwarzkopf hat nach einer Disqualifikation über 800 Meter am Ende doch eine Medaille im Siebenkampf gewonnen. Hinter Olympiasiegerin Jessica Ennis wird es am Ende Silber.

Lauf-Drama mit Happy End für Lilli Schwarzkopf: Erst wurde die deutsche Siebenkämpferin disqualifiziert, dann mit der Silbermedaille dekoriert. Die 28-jährige Athletin von der LG Rhein-Wied hatte nach einem Wirrwarr um das angebliche Verlassen der Bahn im abschließenden 800-Meter-Lauf am Ende das Glück auf ihrer Seite. „Hauptsache es glänzt - egal, welche Farbe“, sagte die gebürtige Kasachin glücklich.

Erst wurde Schwarzkopf disqualifiziert, weil sie angeblich auf die Außenlinie getreten war. Doch nach Ansicht einer Videoaufzeichnung nahm die Jury den Ausschluss wieder zurück. „Die Briten haben eine neue Art von Humor“, sagte Schwarzkopf und betonte: „Ich bin drin in der Wertung.“ Fernsehbilder belegten eindeutig, dass die Russin Kristina Sawizkaja auf die Bahnbegrenzung gelaufen war.

Neue Mehrkampf-Queen ist die Britin Jessica Ennis, die mit der Weltjahresbestleistung von 6955 Punkten die Goldmedaille holte. Die genaue Punktzahl von Schwarzkopf war auch knapp eine Stunde nach Wettkampfende noch nicht bekanntgegeben worden. Dritte wurde Tatjana Tschernowa aus Russland.

Schwarzkopf hatte vor der letzten Disziplin am Samstag auf dem fünften Rang gelegen und nach einem couragierten Rennen im Ziel bereits über Silber gejubelt. Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses konnte sie ihre nachträgliche Disqualifikation nicht fassen und diskutierte lange mit den Kampfrichtern. „Ich war total schockiert“, erklärte Schwarzkopf später.

Die EM-Dritte von 2006 hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nicht auf seiner Medaillenrechnung, da sie nach ihrem achten Platz bei den Peking-Spielen 2008 im Schatten von Jennifer Oeser stand. Die WM-Zweite und -Dritte von 2009 und 2011 aus Leverkusen hatte mit dem Medaillenkampf jedoch von Anfang an nichts zu tun.

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Gehandicapt durch eine Fußverletzung in der Olympia-Vorbereitung war sie weit von ihrer Bestform entfernt und musste im 800-Meter-Lauf nach 300 Metern humpelnd aussteigen. Nach der sechsten Disziplin hatte sie an 13. Stelle gelegen. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Die Leute, die wissen, was mit mir los ist, wissen wie das Ergebnis einzuschätzen ist“, sagte sie.

Schwarzkopf hatte am ersten Wettkampftag noch auf Rang acht gelegen. Im Weitsprung landete sie bei 6,30 Meter, nur fünf Zentimeter von ihre Bestweite entfernt. Dagegen blieb die gebürtige Kasachin mit 51,73 Meter im Speerwurf mehr als dreieinhalb Meter unter ihrem Optimum.

„Ich habe mich wahnsinnig geärgert über den misslungenen letzten Speerwurf, der sollte noch ein bisschen weiter gehen“, schimpfte Schwarzkopf. Dann hätte sie entspannter in den 800-Meter-Lauf gehen können. Dass sie überhaupt so weit vorne dabei war, überraschte sie selbst: „Darauf habe ich mich eigentlich gar nicht eingestellt. Oh mein Gott!“ (dpa)

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