Nach Niederlage : Magath klagt sich selbst an

Mannhaft: Meistertrainer Felix Magath gibt sich selbst die Schuld an Schalkes Niederlage im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München.

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Anpfiff der eigenen Art. Schalkes Trainer Felix Magath geißelt sich nach dem 1:2 gegen die Bayern. Foto: dpaX00960

Uli Hoeneß nahm die Rolle ein, die ihm am Besten gefällt. Der frühere Manager und heutige Präsident des FC Bayern München war nach dem 2:1 beim FC Schalke 04 wieder der Triumphator, der es schon immer gewusst hatte. Schließlich sind die Münchner nun wieder an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. „Die guten Mannschaften zeichnet eben aus, dass sie die Duelle der Giganten, der ganz Großen gewinnen. Wenn man ehrlich ist, dann ist Bayern München mit weitem Abstand die beste deutsche Mannschaft“, sagte Hoeneß. Die Genugtuung war ihm in Gelsenkirchen anzusehen. Vor allem, weil die Münchner eine Halbzeit lang in Unterzahl spielen mussten. Hamit Altintop hatte Gelb-Rot gesehen.

Und natürlich gab’s noch einen Seitenhieb für die Schalker. „Ich denke, jetzt wird es für Schalke schwer. Wer so spielt, darf nicht Deutscher Meister werden“, sagte Hoeneß. Zwar bestimmt Hoeneß noch nicht, wer in der Bundesliga was darf. Aber die Bayern haben dieses Spiel ja wie gewohnt zum symbolträchtigen Duell hochgejazzt. Das Theater um den schlechten Rasen in Gelsenkirchen war Teil einer kühl kalkulierten Dramaturgie. Der Gegner soll verunsichert werden, die Bayern betreiben solche Spielchen seit vielen Jahren. Aber sie liefern solche Einlagen nur bei Mannschaften, die sie sehr ernst nehmen. Das wertet Schalke auf.

Doch jetzt ist die Mannschaft von Trainer Magath angeschlagen. Nur leicht natürlich, aber psychologisch bedeutsam. Das Selbstbewusstsein hat gelitten. Speziell in der zweiten Hälfte enttäuschten die Gastgeber. Seltsam ideen- und mutlos traten die Schalker Spieler auf, trotz Überzahl. Den Schuldigen für diese Darbietung hatte der Trainer schnell gefunden – er klagte sich selber an. „Die Frage ist: Warum ist es mir nicht gelungen, die Mannschaft richtig einzustellen. Wir haben von Beginn an nicht die richtige mentale Spielauffassung gezeigt“, sagte Magath.

Er gab für die Öffentlichkeit das Schutzschild für seine Spieler, weil er mit Blick auf die kommenden Wochen weiter eine leistungsfähige Mannschaft benötigt. Da ihm am Samstag gegen Hannover 96 auch noch der Gelb-Rot gesperrten Marcelo Bordon fehlen wird, ist er auf den Teamgeist angewiesen. Noch ist der erste Meisterschaftsgewinn nach 52 Jahren für die Schalker bei nur einem Punkt Rückstand auf den FC Bayern möglich.

Aber Magaths Mannschaft hat versäumt, den Bayern eine deutliche Botschaft zu geben: Wir bleiben brandgefährlich. Dazu wäre eine Leistung wie die in der Vorwoche gegen Bayer Leverkusen nötig gewesen. Die Botschaft, die Bayern am Samstag erhalten hat, lautete: Wir sind unter starkem Druck psychisch nicht stark genug.

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