• Nach Randale beim Nordderby: Bahn-Betreiber spricht Mitreiseverbot für Ultras aus

Nach Randale beim Nordderby : Bahn-Betreiber spricht Mitreiseverbot für Ultras aus

Für Mitglieder von Ultra-Gruppierungen sind die Türen von Metronom-Zügen künftig verschlossen. Auslöser war ein erheblicher Sachschaden am Rande des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV.

Das Polizeiaufgebot im Nordderby war immens. Verwüstungen in einem Metronom-Zug konnten aber nicht verhindert werden.
Das Polizeiaufgebot im Nordderby war immens. Verwüstungen in einem Metronom-Zug konnten aber nicht verhindert werden.Foto: Reuters

Nach der Verwüstung eines Zuges am Rande des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV hat die Eisenbahngesellschaft Metronom ein Bahnverbot für alle sogenannten Ultra-Fan-Gruppen ausgesprochen. Bei den Randalen am Sonntag sei eine Grenze deutlich überschritten worden, begründete ein Sprecher des Unternehmens am Freitag in Uelzen diesen Schritt.

Rund 300 HSV-Fans hatten die Inneneinrichtung zweier Waggons schwer beschädigt. Nach Metronom-Angaben entstand ein Schaden von rund 100 000 Euro. Das Fahrverbot gelte ab den nächsten Spielen und nicht nur für aggressive HSV-Fans, sondern auch etwa für Ultras von Hannover 96 und Hansa Rostock. Als Ultras werden fanatische Anhänger einer Fußballmannschaft bezeichnet.
Das Unternehmen beruft sich beim Mitreiseverbot auf sein Hausrecht.

Fans verursachen durch Vandalismus Kosten in Millionenhöhe

Sollten gewaltbereite Fans der Aufforderung nicht nachkommen, den Zug oder den Bahnsteig zu verlassen, fahre dieser nicht los. „Wir wollen damit ein Umdenken bei den Fans und bei den Vereinen erreichen“, sagte der Sprecher. Bislang habe sich kein Verein an Reparatur- und Reinigungskosten nach Verwüstungen beteiligt.

Nach Metronom-Angaben verursachen Fans durch Vandalismus in Zügen pro Jahr Kosten in Höhe von einer Million Euro. Der leitende HSV-Fanbeauftragte Joachim Ranau bezeichnete gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“ (Freitag) das Verbot als „bittere, aber nachvollziehbare Entscheidung“. (dpa)

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