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Nach Riesenslalom bei Olympia : Neureuther ohne Medaille, aber mit neuer Zuversicht

Dass Felix Neureuther nach seinem Autounfall vor fünf Tagen überhaupt im olympischen Riesenslalom starten konnte, war schon ein kleines Wunder. Ein noch größeres in Form einer Medaille blieb dann aber aus.

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Nein, reicht nicht. Felix Neureuther schlägt sich im olympischen Riesenslalom dennoch achtbar.
Nein, reicht nicht. Felix Neureuther schlägt sich im olympischen Riesenslalom dennoch achtbar.Foto: dpa

Es war ja schon eine Überraschung, das Felix Neureuther am Mittwochmittag tatsächlich den Riesenslalom-Hang im Alpinen Skicenter von Rosa Chutor hinunterkam. Gemessen an dem nebulösen Theater um seine körperliche Verfassung war dann ein achter olympischer Platz sogar noch ein sehr gutes Ergebnis. Fünf Tage zuvor erst hatte der Bayer einen Autounfall gehabt und noch einen Tag nach seiner Ankunft in Russland hatte Felix Neureuther im olympischen Bergdorf Krasnaja Poljana gesagt, dass der Riesenslalom wahrscheinlich ohne ihn stattfinden werde. "Auf Biegen und Brechen" ein Risiko einzugehen, das mache keinen Sinn.

Neureuther hatte ein Schleudertrauma, geprellte Rippen und eine Zerrung des Bandapparats im Nackenbereich erlitten und es schien sich nicht so schnell zu beruhigen bei ihm. Am Montag musste er sein Training wegen der Schmerzen abbrechen. Neureuther hatte sich erneut einer Behandlung unterziehen müssen, diese ergab, dass das erlittene Schleudertrauma reaktiviert wurde.

Dafür wirkte der 29 Jahre alte Slalom-Spezialist im Riesenslalom-Rennen am Mittwoch in beiden Durchgängen recht entspannt. Im ersten Lauf blieb er sogar ohne Fehler, mit nur 16 Hundertstelsekunden Rückstand auf den dritten Rang, schien als Achter sogar noch ein Medaille für den Deutschen möglich. Im zweiten Lauf allerdings kam Felix Neureuther weniger gut in Schwung, schließlich wurde er auch insgesamt Achter, mit 1,3 Sekunden Rückstand auf Ted Ligety. Der US-Amerikaner fuhr zwar im zweiten Durchgang auch langsamer als Steve Missillier, verteidigte aber seine Führung knapp. Hinter dem von Rang zehn auf Rang zwei mit einem furiosen Lauf vorgefahrenen Franzosen wurde sein Landsmann Alexis Pinturalt Bronzemedaillengewinner.

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Felix Neureuther sagte: "Man muss schon sehen, mit welcher Ausgangslage ich in das Rennen gegangen bin." Dafür sei Platz acht sehr gut gewesen. "Es war brutal wichtig für mich, heute am Start gestanden zu sein. Zu sehen, dass mein Körper den Belastungen standhalten kann." Denn schließlich ist das Hauptziel des Bayern am Sonnabend der olympische Slalomlauf. "Jetzt brauche ich ein Training, denn in den letzten fünf Tagen bin ich einfach nur rumgelegen", sagte Neureuther. "Ich freue mich auf eine gute Vorbereitung und dann auch auf den Slalom. Ich weiß, der Körper hält. Daher kann der Felix Neureuther auch am Samstag funktionieren."

Vor allem wird es spannend, wie das Wetter dann in den olympischen Bergen dann wird. Der strahlende Sonnenschein im Zielbereich erschein am Mittwoch wie ein kleines Wunder nach dem wolkigen Schmuddelwetter vom Vortag, das die Bedingungen beim Riesenslalom der Frauen doch sehr erschwert hatte. Die ganze Nacht auf den Mittwoch war noch im Tal von Krasnaja Poljana lautes Geböller zu vernehmen. Die Veranstalter bestritten allerdings, dass sie mit Raketen die Wolken in den Bergen vertrieben hätten - auch wenn der Verdacht nahe lag. In Peking hatte es 2008 so etwas schon mal bei den Sommerspielen gegeben.

Während Neureuther zufrieden war, lief es für die anderen deutschen Starter weniger gut: Pech hatte am Mittwoch Stefan Luitz aus Bolsterlang, der im ersten Lauf nur knapp hinter dem Führenden Ted Ligety ins Ziel kam. Allerdings hatte Luitz am letzten Tor eingefädelt und schied somit aus. Fritz Dopfer erging es noch schlechter, der in Innsbruck geborene Garmischer wurde nur Zwölfter.

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