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Nach "Sandy" und Kritik : New-York-Marathon abgesagt

Nach Hurrikan "Sandy" und tagelangen Diskussionen wird der New-York-Marathon abgesagt. "Wir wollen nicht, dass das Rennen und seine Teilnehmer von irgendetwas überschattet werden", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

Richard Mächtel
Hier läuft nichts mehr: Der New-York-Marathon 2012 fällt aus.
Hier läuft nichts mehr: Der New-York-Marathon 2012 fällt aus.Foto: dpa

Am Ende waren die Sturmschäden und der öffentliche Druck doch zu groß. In den Tagen nach dem Hurrikan „Sandy“ hatten die Organisatoren des New York Marathons und Bürgermeister Michael R. Bloomberg an dem Rennen festhalten wollen, am Freitag mussten sie sich doch beugen. Bloomberg gab bekannt, dass der traditionelle Massenlauf am kommenden Sonntag abgesagt wird. Angesichts des enormen logistischen Aufwands und der immer noch schwer beeinträchtigten Infrastruktur der Millionenmetropole kommt die Absage nicht überraschend. „Die Austragung des Rennens würde keine Ressourcen vom Wiederaufbau abziehen“, teilte Bloomberg mit. „Es ist aber deutlich geworden, dass der Marathon zu Kontroversen und Spaltungen geführt hat. Wir wollen nicht, dass das Rennen und seine Teilnehmer von irgendetwas überschattet werden, deswegen haben wir uns für die Absage entschieden.“ Bloomberg sagte weiterhin, der Streit über eine Sportveranstaltung dürfe nicht von den wichtigen Aufräumarbeiten in der Stadt ablenken.

Die US-Ostküste nach Supersturm "Sandy"
Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten.Weitere Bilder anzeigen
1 von 124Foto: dpa
03.11.2012 21:49Nach Hurrikan "Sandy" kommt die Kälte. Sturmopfer versorgen sich in einem Hilfscenter mit dem Nötigsten.

Bloomberg hatte auch deshalb mit der Absage so lange gezögert, weil der Marathon für New York seit seiner ersten Austragung 1970 ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist. Schätzungsweise 340 Millionen Dollar Umsatz beschert er der Stadt. „Es ist eine großartige Veranstaltung für New York“, hatte Bloomberg immer wieder betont. „Und für diejenigen, die wir verloren haben, müssen wir glauben, dass sie ebenfalls wollten, dass die Wirtschaft und die Stadt weitermachen.“ Mary Wittenberg, Vorsitzende des offiziellen Marathonveranstalters New York Road Runners (NYRR), hatte ähnlich argumentiert. „Es geht hier nicht ums Laufen, es geht darum, der Stadt zu helfen“, sagte sie. „Wir widmen das Rennen denjenigen, die wir verloren haben. Und wir helfen der Stadt, sich zu erholen.“ Die Veranstalter hatten versprochen, eine Million Dollar für den Wiederaufbau zu spenden. Zudem wurden bereits 1,5 Millionen Dollar von Sponsoren des Marathons zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt.

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