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Nach Sieg beim VfB Friedrichshafen : BR Volleys vor vierter Meisterschaft in Serie

Die BR Volleys haben einen wichtigen Auswärtssieg bei Rekordmeister VfB Friedrichshafen eingefahren und können nun bereits am Donnerstag deutscher Volleyballmeister werden.

Bernd Hüttenhofer
Vorentscheidung? Die BR Volleys ließen beim VfB Friedrichshafen nie Zweifel an ihrer Klasse aufkommen.
Vorentscheidung? Die BR Volleys ließen beim VfB Friedrichshafen nie Zweifel an ihrer Klasse aufkommen.

Die Wende kam am Ende des ersten Satzes. Zu diesem Zeitpunkt führte der VfB Friedrichshafen mit 23:20 gegen die BR Volleys und war auf dem besten Wege, das dritte Finalspiel um die deutsche Volleyballmeisterschaft für sich zu entscheiden. Dann allerdings übernahmen die Gäste die Kontrolle – und gaben sie nicht mehr aus der Hand. Nach einer überzeugenden Leistung hieß es am Sonntagnachmittag 3:0 (26:24, 25:21, 25:15) für die Berliner, die von ihren rund 70 mitgereisten Fans unter den 3274 Zuschauern gefeiert wurden. Der Vizemeister, Pokalsieger und Hauptrundenerste aus Friedrichshafen hat seinen Heimvorteil damit verspielt, die Volleys können sich am Donnerstag mit einem Heimsieg in der Max-Schmeling-Halle den vierten Meistertitel in Serie sichern. Der VfB dürfte Mühe haben, die vernichtende Heimniederlage bis zum vierten Match aus den Köpfen zu bekommen.

Volleys-Coach Mark Lebedew nannte die Endphase des ersten Satzes einen „sehr wichtigen Moment“. Schon vorher habe sein Team gut gespielt, aber einige Chancen ungenutzt gelassen. „Aber dann hat auf einmal alles zusammengepasst“, sagte Lebedew. „Und die Friedrichshafener waren ein bisschen verunsichert.“

Während VfB-Trainer Stelian Moculescu nach dem 24:26 fast seine halbe Mannschaft auswechselte, spielte Lebedew bis auf Rob Bontje mit seiner gewohnten ersten Sechs. Der Niederländer hatte sich im Training den Knöchel verstaucht, Lebedew vertraute auf Felix Fischer. Mit großem Erfolg: Fischer war maßgeblich daran beteiligt, dass der erste Satz noch an die BR Volleys ging, und spielte bis zum Ende eine Klassepartie mit elf Punkten. Als bester Spieler des Matches geehrt wurde Kapitän Scott Touzinsky, beim VfB konnte allein Libero Jena Grbennikov, von Lebedew zum besten Mann beim Gegner gewählt, durchgehend hohes Niveau halten.

Die Volleys lagen im ersten Satz schon deutlich zurück

„Zuhause sind wir stark“, hatte Moculescu noch vor dem Spiel gesagt. „Jetzt geht es darum, das auch unter Beweis zu stellen.“ Das gelang allerdings nur im ersten Satz – und da eben nicht ganz bis zum Ende. Im bisher besten Durchgang der Finalserie übernahm der VfB nach dem 5:5 die Führung und sah bis zum 23:20 wie der sichere Gewinner dieses Satzes aus. Dann sorgte Fischer mit ein paar tückischen Flatteraufschlägen für die Wende. Nach einem Annahmefehler von Grebennikov zum 23:22 nahm Moculescu die erste Auszeit, nach dem folgenden Block gegen Gontariu war die zweite fällig. Geiler brachte den VfB nochmals in Führung, doch nach der zweiten Auszeit Lebedews machten Robert Komm und Kollegen alles klar: Paul Carroll, mit acht Punkten neben Friedrichshafens Gontariu (neun) bester Punktesammler, ließ sich vom Friedrichshafener Dreierblock nicht stören, blockte danach Geiler zum 24:25. Und zum guten Schluss für den Meister schlug Scott Touzinsky den VfB-Block geschickt an. Plötzlich hieß es 24:26, der Satz war im letzten Moment gedreht.

Es war der erste Auswärtssieg für die Volleys in dieser Saison in Friedrichshafen

Der Gegner der Volleys war entscheidend angeknockt. Der VfB erholte sich nicht mehr, führte noch einmal 5:2 im zweiten Satz, aber nach dem Ausgleich zum 5:5 ging es nur noch abwärts. „Wir haben den Fehler gemacht, zu hektisch zu werden, haben unsere Geduld verloren und unseren Plan weggeschmissen“, sagte Moculescu. „Nachher waren die Berliner einfach besser, letzten Endes haben sie verdient gewonnen.“

Volleys-Trainer Mark Lebedew war vollauf zufrieden damit, wie seine Mannschaft seine Vorgaben umgesetzt hatte. „Wir wollten stark aufschlagen, das war im ersten Spiel hier nicht so“, sagte Lebedew. „Wir konnten mit unseren Aufschlägen Druck machen und Friedrichshafen vom Netz weghalten.“ Auch der letzte Punkt der Tages kam so zustande, Kawika Shoji verwandelte den ersten Matchball der Berliner mit einem Service-Winner. Am Ziel sieht sich Lebedew trotzdem noch nicht, auch wenn es nach dem ersten Auswärtssieg der Saison in Friedrichshafen sehr gut für sein Team und die Titelverteidigung aussieht. „Die Lektion der letzten Jahre ist: Man hat erst gewonnen, wenn der letzte Ball am Boden ist“, sagte Lebedew.

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