Nach Sieg in Cincinnati : Roger Federer nun Favorit bei US Open

Der Turniersieg von Roger Federer in Cincinnati war der dritte Titel des Schweizers in diesem Jahr. Für die am kommenden Montag beginnenden US Open ist der 33 Jahre alte Tennisprofi nun der große Favorit.

Neues großes Ding: Nur Jimmy Connors (109) und Ivan Lendl (94) haben mehr Titel errungen als Roger Federer.
Neues großes Ding: Nur Jimmy Connors (109) und Ivan Lendl (94) haben mehr Titel errungen als Roger Federer.Foto: AFP

Eine Woche vor Beginn der US Open hat sich Roger Federer mit seinem 80. Karrieretitel beim Turnier in Cincinnati in die Favoritenrolle für das letzte Grand-Slam-Event der Tennis-Saison gespielt. Im Finale der Hartplatzveranstaltung bezwang der Schweizer am Sonntag (Ortszeit) den Spanier David Ferrer mit 6:3, 1:6, 6:2 und entschied auch das 16. Duell mit dem iberischen Dauerläufer für sich.

„Ich bin verdammt glücklich mit dieser Woche und reise nun mit viel Selbstvertrauen nach New York“, sagte Federer nach seinem dritten Erfolg in diesem Jahr. Zuvor hatte er die Turniere in Dubai und Halle gewonnen. In der ewigen Bestenliste der Open Era haben nur Jimmy Connors (109) und Ivan Lendl (94) mehr Titel errungen.

Mit seinem insgesamt sechsten Triumph beim Traditionsturnier im Bundesstaat Ohio machte der 33-Jährige auch seine mit ihm um die Welt reisenden Kinder glücklich. „Sie haben sich schon beschwert, dass die letzten Pokale etwas klein waren“, scherzte Federer mit der riesigen Trophäe von Cincinnati in der Hand. „Endlich bringe ich mal wieder ein großes Ding mit nach Hause.“

Ein Triumph in Flushing Meadows würde Federers beeindruckendes Comeback krönen

Die Art und Weise, wie der 17-malige Grand-Slam-Turnier-Champion eine Woche vor den US Open die Konkurrenz bestimmte, erstaunte auch ihn selbst. „Zu Beginn der Woche habe ich sogar einen kurzen Moment überlegt, gar nicht hier zu spielen“, berichtete Federer. In der Vorwoche hatte er in Toronto auch das Endspiel erreicht, in dem er dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga unterlag. „Ich wollte nichts riskieren“, meinte der Schweizer, dem die Strapazen in Cincinnati aber nicht anzumerken waren.

„Ich fühle mich richtig gut, habe keinerlei Beschwerden und kann mich frei bewegen“, sagte Federer glücklich. Das war nicht immer so, vor allem im vergangenen Jahr schleppte sich die langjährige Nummer eins von einem Wehwehchen zum nächsten.

Die Konkurrenz kämpft vor den US Open mit Problemen

Doch nach einer problemlosen Vorbereitung, in die auch die sich immer mehr auszahlende Verpflichtung seines Vorbildes Stefan Edberg als Teilzeitcoach fiel, kehrte Federer wie verwandelt auf die Tour zurück. „Ich zweifle nun keine Sekunde mehr, dass ich drei Sätze durchhalte“, gestand die Nummer drei der Welt. Ein Triumph in Flushing Meadows würde das beeindruckende Comeback krönen. Schon jetzt hat er das Ticket für die ATP World Tour Finals in London Ende des Jahres sicher.

Und die Chancen auf einen Sieg in New York stehen nicht schlecht. Während Federer in Topform und voller Selbstvertrauen anreist, kämpft die Konkurrenz mit Problemen. Novak Djokovic? Seit seinem Wimbledonsieg gegen Federer völlig außer Form. Rafael Nadal? Wieder einmal verletzt, Teilnahme in New York noch unsicher. Andy Murray? Längst nicht mehr so dominant wie im vergangenen Jahr, im Viertelfinale von Cincinnati gegen Federer chancenlos.

„Letztes Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt viel Arbeit vor mir. Dieses Mal werde ich New York genießen können“, sagte Federer fast schon euphorisch. David Ferrer hat bereits kapituliert. „Ich kann Roger einfach nicht schlagen“, sagte der Spanier, „ich will das dann auf der Senioren-Tour nachholen.“ (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben