Nach Sieg über Hoffenheim : Aufatmen und Kusshände bei Borussia Dortmund

Nicht schön, aber endlich wieder erfolgreich: Borussia Dortmund beweist beim 1:0 über Hoffenheim, dass es auch im rustikalen Abstiegskampf bestehen kann. Der Sieg vertreibt den Frust - zumindest fürs erste.

Dortmunds Spieler feiern nach dem 1:0 Sieg gegen Hoffenheim.
Dortmunds Spieler feiern nach dem 1:0 Sieg gegen Hoffenheim.Foto: dpa

Trainer Jürgen Klopp warf Kusshände ins Publikum, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke schloss seinen Tribünennachbarn sichtlich bewegt in die Arme. Nach dem 1:0 (1:0) über Hoffenheim entlud sich bei Borussia Dortmund die Anspannung. Der Sprung des Vizemeisters vom letzten Tabellenplatz verschaffte kollektive Erleichterung. Vor allem Ilkay Gündogan hatte allen Grund zur Freude. Mit leuchtenden Augen genoss der Schütze des Siegtreffers (17. Minute) die brodelnde Atmosphäre: „Wir haben als gesamter Verein eines unserer besten Gesichter gezeigt: das Team auf dem Platz, die Fans auf den Tribünen.“

Erstmals seit seinem Comeback nach über einjähriger Zwangspause schien Gündogan wieder fast der alte. Bei seiner Auswechslung in der Nachspielzeit erhoben sich alle Zuschauer von ihren Plätzen und feierten einen der Besten mit Ovationen. „Es war toll, nach solch langer Zeit mal wieder die Anerkennung von den Rängen zu bekommen und die ersten drei Punkte nach meiner Rückkehr einzufahren“, kommentierte der Mittelfeldspieler.

Dortmund ging kompromisslos in die Zweikämpfe

Dass die Borussia zumindest in der ersten Halbzeit mehr Ergebnis- als Erlebnisfußball zeigte, konnten alle Beteiligten locker verschmerzen. Die emotionale Kabinenansprache von Routinier Sebastian Kehl wenige Minuten vor der Partie zeigte Wirkung. So kompromisslos hat man die BVB-Profis in den Zweikämpfen lange nicht gesehen. Dieser Paradigenwechsel war für Kehl der Schlüssel zum Erfolg: „Wir haben erkannt, dass wir mit rein spielerischen Mitteln nicht zum Erfolg kommen. Dafür haben wir in den letzten Wochen die Quittung bekommen. Die kleine Korrektur war notwendig.“

Jürgen Klopp: kein Jubel, nur Erleichterung
Ein Mann, wie ein Schrei: BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigt gegen Hoffenheim vollen Einsatz.Alle Bilder anzeigen
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05.12.2014 22:25Ein Mann, wie ein Schrei: BVB-Trainer Jürgen Klopp zeigt gegen Hoffenheim vollen Einsatz.

Der Mut von Klopp, neben Stammkeeper Roman Weidenfeller auch auf die drei weiteren Weltmeister Matthias Ginter, Erik Durm und Kevin Großkreutz in der Startformation zu verzichten, machte sich bezahlt. Mit dem Sieg kletterte der BVB zumindest für wenige Stunden auf Rang 14. Bei aller Freude über den Befreiungsschlag war der Dortmunder Coach weit davon entfernt, Entwarnung zu geben: „14 Punkte sind dramatisch besser als die 11 vorher, reichen aber nicht aus. Es ist nichts passiert - weiter geht es.“ (dpa)

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