• Nach Skandalspiel Serbien - Albanien: Albanien beklagt "Hagel aus Münzen und Feuerzeugen"

Nach Skandalspiel Serbien - Albanien : Albanien beklagt "Hagel aus Münzen und Feuerzeugen"

Albaniens Fußballverband beschwert sich nach dem Skandalspiel von Belgrad über das Verhalten der serbischen Zuschauer. Albaniens Nationalspieler Edmond Kapllani vom FSV Frankfurt nimmt indes Serbiens Fußballer in Schutz.

Tumulte auf dem Platz: Das EM-Quali-Spiel Serbien - Albanien geriet außer Kontrolle.
Tumulte auf dem Platz: Das EM-Quali-Spiel Serbien - Albanien geriet außer Kontrolle.Foto: afp

Der albanische Fußballverband (FSHF) hat sich über schwere Tätlichkeiten gegen seine Nationalspieler bei der EM-Qualifikation am Dienstag in Belgrad beschwert. Schon bei der Anreise ins Stadion sei der Teambus von Serben mit Steinen beworfen worden, kritisierte der Verband am Donnerstag in Tirana. Die Spieler seien von den Zuschauern schon beim Aufwärmen „mit einem Hagel von Münzen und Feuerzeugen“ empfangen worden.

Die serbischen Zuschauer hätten mit Slogans wie „Töte die Albaner“ und „Tod den Albanern“ für eine „extrem feindliche und aggressive Atmosphäre“ gesorgt, heißt es in der Erklärung weiter. Vor dem Abspielen der Nationalhymne, die vor lauter Zuschauerprotesten nicht zu hören gewesen sei, sei ein „nationalistischer Marsch“ intoniert worden. Schließlich seien die albanischen Spieler nicht nur von Zuschauern, sondern selbst von Sicherheitskräften und sogar von der Polizei angegriffen worden.

Kapllani verurteilt Tumulte

Der albanische Nationalspieler Edmond Kapllani vom FSV Frankfurt hat die Tumulte während des abgebrochenen EM-Qualifikationsspiels zwischen Serbien und Albanien verurteilt. „Das alles gehört nicht zum Fußball“, sagte der Zweitliga-Stürmer in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag).

„Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel werden wird. Aber dass es so eskalieren würde, damit hatten wir nicht gerechnet.“ Die Partie in Belgrad musste am Dienstag nach Auseinandersetzungen zwischen Spielern und Zuschauern abgebrochen werden. Auslöser war eine per Fernsteuerung ins Stadion gelenkte Drohne, an der eine Fahne mit einer Abbildung Großalbaniens befestigt war.

"Ein paar serbische Spieler haben uns geschützt"

„Das war für uns auch überraschend. Wir haben gar nicht gesehen, was da oben vom Himmel kam. Wir haben gedacht, da kommt etwas von den Serben“, schilderte Kapllani, der das Geschehen von der Ersatzbank aus mit ansah. „Wir waren alle schockiert - wie die serbischen Spieler und die Zuschauer. Am Ende hat auch der eine oder andere Spieler versucht, die Flagge zu schützen.“

Die serbischen Fußballer nahm der Stürmer in Schutz. „Wir hatten keine Schlägerei mit den serbischen Spielern. Ein paar serbische Spieler haben uns auch in Schutz genommen. Sie haben versucht, serbische Anhänger zurück auf die Tribüne zu schicken“, erzählte der 32-Jährige. „Die Emotionen waren hoch. Wir sind mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Auch ich habe versucht, den einen oder anderen serbischen Spieler zu beruhigen.“

(dpa)

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