Nach Testspielniederlage gegen CFC Genua : Nur die Tore fehlen Hertha BSC noch

Der Härtetest gegen den CFC Genua geht nur dem Ergebnis nach schief. Bei der 0:2-Niederlage spielen die Berliner engagiert und mutig. Das gefällt auch Trainer Pal Dardai.

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Schnell und schlampig. Salomon Kalou (M.) vergab im Testspiel gegen Genua einige gute Torgelegenheiten, ist aber im Sturm der Berliner derzeit konkurrenzlos.
Schnell und schlampig. Salomon Kalou (M.) vergab im Testspiel gegen Genua einige gute Torgelegenheiten, ist aber im Sturm der...Foto: Ottmar Winter

Pal Dardai war nicht mal unzufrieden. Zwar hatte seine Mannschaft, die von Hertha BSC, gerade ihr letztes Testspiel vor dem Saisonstart gegen den CFC Genua mit 0:2 (0:1) verloren, doch der Trainer zog ein positives Fazit: „Ich habe gesehen, was ich wollte. Alles lief nach Plan – bis auf die Tore.“

Der Berliner Fußball-Bundesligist war bereits kurz nach Spielbeginn in Rückstand geraten. Diego Laxalt brachte vor 5823 Zuschauern im im Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark den Vorjahressechsten der Serie A in Führung. Zehn Minuten vor dem Ende erzielte Darko Lazovic das 0:2. Beide Male sah die Abwehr nicht besonders gut aus, viel ärgerlicher aber war die mangelnde Ausbeute der eigenen Torchancen. Salomon Kalou, dem später eingewechselten Nico Schulz und Jens Hegeler boten sich gute Torchancen, aber die Qualität ihrer Abschlüsse war an diesem Tag nicht gut genug. „Wichtig war, dass wir uns viele Torchancen erspielt haben, mehr gibt es auch in der Bundesliga nicht“, sagte Dardai.

Tatsächlich fand seine Mannschaft nach dem frühen Rückstand ganz gut ins Spiel. Hertha war sichtlich engagiert und deutlich feldüberlegen gegen die Italiener. Dardai wollte eine gute Feldorganisation sehen und aggressives Pressing, was die Mannschaft auch bot. „Wir hatten einen guten Ballbesitz, ganz gut koordinierte Spielzüge, nur die Torquote fehlte“, sagte Dardai.

Hertha war deutlich feldüberlegen gegen die Italiener

Insgesamt war es ein sehr intensives und temporeiches Spiel gegen defensive Italiener, die eine Woche später in die Saison starten. Für Hertha startet die neue Spielzeit am Montag in acht Tagen mit dem Pokalspiel beim Zweitligisten Arminia Bielefeld. Am 15. August geht es dann beim FC Augsburg um Bundesligapunkte.

Vor allem ließ der Härtetest gegen Genua erahnen, mit welcher Startelf Dardai in die neue Saison zu gehen gedenkt. Viele Neuerungen gibt es nicht, bisher hat Hertha drei Spieler dazugewonnen, von denen in Mitchell Weiser und Sami Allagui zwei verletzt sind. Einzig Vladimir Darida hatte gestern auf der Achter-Position im zentralen Mittelfeld ein paar gute Szenen. Hinter ihm auf der Sechs spielte eine Halbzeit lang Per Skjelbred, vor ihm auf der Zehn Jens Hegeler. Beide zählten bis zur ihrer Auswechslung zu den auffälligsten Spielern auf dem Platz.

Auf den Flügeln bot Dardai erwartbar Roy Beerens (rechts) und Valentin Stocker (links) auf, im Sturmzentrum mühte sich Salomon Kalou. Hier fehlt Pal Dardai eine echte Alternative von Format.

Die Abwehrreichen bilden wie in der Vorsaison Peter Pekarik (rechts), Sebastian Langkamp, Fabian Lustenberger (beide zentral) und Marvin Plattenhardt. Fraglich ist hier, ob John Anthony Brooks, der mit Beginn der zweiten Halbzeit kam, rechtzeitig zum Saisonspiel die nötige Spannung findet. Brooks spiele mit dem US-Team beim Gold Cup und trainiert erst ein paar Tage in Berlin mit. Sollte er einsatzbereit sein, müsste ein Platz für Kapitän Lustenberger gefunden werden. Gestern ging Skjelbred für Brooks vom Feld und Lustenberger nahm die Position des Norwegers vor der Abwehr ein. Alexander Baumjohann braucht noch deutlich mehr Zeit. Sein Mitwirken für 30 Minuten half nur ihm, nicht dem Team.

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