• Nach Trennung vom FC Bayern München: Müller-Wohlfahrt will sich zu Abgang äußern
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Nach Trennung vom FC Bayern München : Müller-Wohlfahrt will sich zu Abgang äußern

Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vermisste wohl den Rückhalt der Chefs des FC Bayern München. Der 72-Jährige will sich dazu noch ausführlich äußern. Zumal die Spieler ihm nach wie vor vertrauen.

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Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beendet enttäuscht die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern.
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beendet enttäuscht die Zusammenarbeit mit dem FC Bayern.Foto: Imago

Jetzt könnte man im Fall Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sagen:  Mit 72 Jahren, Koryphäe hin, Koryphäe her,  ist auch an der Zeit, sich langsam mit dem Ruhestand zu beschäftigen. Aber bei dem  Sportmediziner aus München, der noch immer über den Platz sprintet wie ein Junger, ist es ein bisschen anders. Er ist gefragt in der ganzen Welt als Mann mit den goldenen Händen. Seine Praxis in der Münchner Innenstadt boomt, und sie wird es auch, nachdem er seinen Job als Teamarzt des FC Bayern aufgegeben hat.

Die Arbeit beim deutschen Rekordmeister hat ihm vermutlich schon seit längerem nicht mehr so viel Spaß gemacht wie früher einmal. Das Verhältnis mit dem Trainer Pep Guardiola ist angespannt, bei der  Verletzung von Thiago Alcantara vor einem Jahr kam es zum öffentlichen Zerwürfnis, weil es unterschiedliche Auffassungen über die Behandlung von Thiagos lädiertem Knie gab.

Die Klub-Verantwortlichen versuchten zu vermitteln, aber der Frieden war stets fragil. In Porto ist es nun wohl zu  einer neuen Auseinandersetzung gekommen, und Müller-Wohlfahrt blieb mit seiner medizinischen Abteilung womöglich nichts anderes übrig, als sich zurückzuziehen, weil ihm offensichtlich der Rückhalt der Vorstandsetage um Chef Karl-Heinz Rummenigge fehlte.

Schon einmal hatte sich der Klub dem Willen eines Trainers in Sachen Mannschaftsarzt gebeugt. 2008 trennten sich die Wege des Doc und des FC Bayern, weil Jürgen Klinsmann auf ständige Präsenz des Arztes mit einer Praxis am Vereinsgelände gedrängt hatte.

Die Spieler vertrauten allerdings trotzdem weiter Müller-Wohlfahrt und ließen sich von ihm behandeln. Ein knappes halbes Jahr später war Klinsmann aus sportlichen Gründen weg – und Müller-Wohlfahrt bald wieder da. Ein Statement dazu hat er schon angekündigt. „Ich will noch nichts sagen, es ist noch zu früh. Ich werde mich noch äußern, aber nicht heute“, sagte Müller-Wohlfahrt am Freitag. Die Mannschaft und Spieler wird vorerst der Orthopäde und Unfallchirurg Volker Braun die betreuen. Er war bisher für die zweite Mannschaft der Münchner tätig.

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