Nach Unfall von Formel-1-Fahrer Fernando Alonso : Mysterium McLaren

Fernando Alonso droht für den Saisonstart der Formel 1 auszufallen – sein Unfall gibt weiter Rätsel auf. Die Traum-Rückkehr des Spaniers zu McLaren entwickelt sich mehr und mehr zum Albtraum...

von
Zuversichtlich: Fernando Alonso verlässt nach seinem Unfall das Krankenhaus im spanischen Sant Cugat. Foto: Reuters
Zuversichtlich: Fernando Alonso verlässt nach seinem Unfall das Krankenhaus im spanischen Sant Cugat.Foto: Reuters

Als Ende der letzten Saison klar war, dass Fernando Alonso zu McLaren zurückkehren würde, da redeten viele schon von einer neuen Traumpaarung in der Formel 1. Der zweimalige Weltmeister und McLaren-Honda – die englisch-japanische Kombination, die Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger die Formel 1 beherrschte. Aber zumindest bis jetzt sieht der Traum eher wie ein Albtraum aus. Auch wenn McLaren am Donnerstag endlich ein bisschen mehr zum Fahren kam – die bisherige Testbilanz ist dürftig. Immer wieder gab es Probleme mit dem Motor und den elektrischen Zusatzaggregaten zur Energierückgewinnung, dazu endlose Standzeiten für Reparaturen. Bis jetzt konnten nicht einmal 50 Prozent des geplanten Programms abgespult werden.

Außerdem ist da immer noch der rätselhafte Unfall von Fernando Alonso vom letzten Sonntag, für den sich inzwischen ja auch die Fia interessiert. Der extra dafür nach Barcelona angereiste Teamchef Ron Dennis versuchte zwar, Aufklärung zu schaffen, sorgte am Ende aber nur für noch mehr Verwirrung. McLaren hatte aufgrund „der Datenlage und der Aussagen eines Fans, der in der Kurve stand“ eine Windtheorie zusammengebastelt. Diese widerspricht komplett den Aussagen von Sebastian Vettel. Der fuhr hinter Alonso her, bemerkte weder Wind noch ein Ausbrechen des Autos zunächst nach außen, sondern sah nur, dass der Spanier eher langsam unterwegs war und plötzlich nach innen zog, ehe er die Mauer berührte. „Es hat eigentlich gar nicht wie ein Unfall ausgesehen“, sagte Vettel.

Die Gerüchte mehren sich

McLaren widerspricht sich, wenn es darum geht, ob und wie lange Alonso bewusstlos gewesen sei, ob er eine Gehirnerschütterung gehabt habe oder nicht. Normalerweise kommen in so einem Fall die medizinischen Statements zum Gesundheitszustand eines Fahrers von der behandelnden Klinik – im Fall Alonso gab es keines. Der Spanier verbrachte zwei Tage auf der Intensivstation und wurde auch kardiologisch überwacht. Wegen einer leichten Gehirnerschütterung, deren Symptome sich nicht einmal auf den CT-Bildern zeigten? Der für Sky Italia arbeitende Ex-GP2-Champion Davide Valsecchi wundert sich: „Irgendetwas stinkt da, das passt alles nicht zusammen.“

Inzwischen mehren sich die Gerüchte. Auch, weil Alonsos Manager Luis Garcia Abad sich auf Nachfragen, ob denn sein Schützling auf jeden Fall bis zum Saisonstart in Australien wieder fit sei, nur kryptisch äußert. McLaren-Teamchef Ron Dennis meint zwar, er sehe eigentlich keinen Grund, warum Alonso in Melbourne nicht dabei sein solle, „aber ich weiß es nicht wirklich, ich bin schließlich kein Arzt – aber wenn nicht, dann steht ja auf jeden Fall unser Ersatzpilot Kevin Magnussen bereit“. Über Videobotschaft meldete sich Alonso selbst ganz kurz, behauptete, er sei „komplett okay“ und werde bald wieder fahren. Eine Bestätigung, dass er in Australien dabei sein werde, blieb aber aus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben