Nach WM-Zwist : Boateng-Brüder beenden Funkstille

Alles wieder gut: Vier Monate nach der Missstimmung bei der WM ist die Funkstille zwischen Kevin-Prince und Jerome Boateng beendet.

Jerome (l.) und Kevin-Prince Boateng.
Jerome (l.) und Kevin-Prince Boateng.Foto: dpa

"Natürlich haben wir Kontakt, aber wir sprechen nicht so viel, weil wir beide viel beschäftigt sind", sagte Kevin-Prince Boateng nach dem 0:2 seines AC Mailand am Dienstag in der Champions League bei Real Madrid. "Wir haben uns gesehen, in Berlin. Er hat erzählt, dass er bei Manchester City sehr happy ist", berichtete der Fußball-Profi, der bei der WM für Ghana gespielt hatte und zuvor wegen eines Fouls im englischen Pokalfinale an Michael Ballack in der Kritik stand.

Während der Weltmeisterschaft in Südafrika hatte der 23-Jährige den Kontakt zu Jerome abgebrochen, weil er sich von seinem ein Jahr jüngeren Halbbruder angesichts der großen Medienschelte zu wenig unterstützt fühlte. Jerome hatte einen Platzverweis für den Tritt gefordert, der den deutschen Kapitän am 21. Mai so schwer verletzte, dass dieser beim Jahreshöhepunkt nicht spielen konnte.

Bei der WM war es in der Vorrunde im Spiel Deutschland gegen Ghana (1:0) zum Bruder-Duell gekommen. Kevin-Prince und Jerome haben denselben Vater, aber verschiedene Mütter und sind in unterschiedlichen Stadtteilen Berlins aufgewachsen.

Der ältere der Boateng-Brüder erfährt nach einer Wechsel-Odyssee nun in Mailand große Unterstützung. Er kam im Sommer als Leihspieler vom CFC Genua, der ihn für 6,5 Millionen Euro vom FC Portsmouth erworben hatte. In der norditalienischen Metropole interessiert man sich offenbar nicht für die negativen Schlagzeilen der Vergangenheit.

Milan feiert Boateng vielmehr für gute Leistungen. "Ich bin glücklich in Mailand. Ich bin eine neue Person und habe aus meinen Fehlern gelernt, aber ich gucke nicht zurück", sagte Boateng. "Die WM ist Vergangenheit für mich, nun schreibt die Presse besser über mich." (dpa)

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