Nachdenken bei Hertha : Wer soll gegen Köln spielen?

Otto Rehhagel grübelt weiter über die Aufstellung im wichtigen Spiel am Sonnabend beim 1. FC Köln. Wer letztendlich aufläuft, entscheidet der Hertha-Trainer aber wie immer erst am Spieltag selbst.

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Otto Rehhagel auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Der Erkenntnisgewinn hielt sich dabei in überschaubaren Grenzen.
Otto Rehhagel auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Der Erkenntnisgewinn hielt sich dabei in überschaubaren Grenzen.Foto: dapd

Otto Rehhagel ist in seiner Rolle als öffentlicher Mensch hin- und hergerissen. Einerseits genießt er die Wertschätzung, die ihm entgegenschlägt; andererseits will er manchmal auch einfach nur seine Ruhe haben. Als er in dieser Woche mit seiner Frau aus einem italienischen Restaurant trat, wartete vor der Tür schon ein Fotograf, der das ahnungslose Paar ablichtete. Der Trainer von Hertha BSC ließ daraufhin über den Sprecher des Vereins ausrichten, dass man seine Privatsphäre doch künftig respektieren möge.

Es könnte sonst auch leicht der Eindruck entstehen, dass Rehhagel überdurchschnittlich oft auf dem gesellschaftlichen Parkett unterwegs ist: heute zu Gast beim Außenminister, morgen mit Beate beim Italiener … Dabei denkt der 73-Jährige nach eigener Aussage Tag und Nacht über Fußball nach. Für den Donnerstagabend hatte er sich die Fernsehübertragungen der beiden Europa-League-Spiele von Schalke 04 und Hannover 96 vorgenommen, „und zwischendurch denk’ ich an Hertha BSC“.

Herthas Trainer seit 1997
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Vor dem Spiel des Berliner Bundesligisten beim Tabellennachbarn 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr) könnte der Denkprozess ein bisschen intensiver ausfallen als zuletzt, als sich Herthas Mannschaft wegen Sperren und Verletzungen quasi von allein aufstellte. Zumindest „ein bisschen Konkurrenzkampf“ hat Rehhagel nun in seinem Kader ausgemacht, weil mit Andreas Ottl und Peter Niemeyer zwei Spieler ihre Sperren abgesessen haben, die beide für einen Platz im defensiven Mittelfeld in Frage kommen. „Ich hab’ schon Ideen“, sagt Herthas Trainer über die Besetzung der Doppel-Sechs, doch die behält er, wie gehabt, für sich. „Ich entscheide mich wie immer am Samstag.“

Rehhagels Pressekonferenzen sind nette Plaudereien, der Erkenntnisgewinn für das interessierte Publikum aber geht gegen Null. „Die Leute, die verletzt sind, können nicht spielen“, sagt Rehhagel. Insofern müssen sich Fabian Lustenberger, Patrick Ebert und Maik Franz definitiv keine Hoffnungen machen, dass sie am Samstag auflaufen dürfen.

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