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Nachfolge von Sepp Blatter : Michel Platini kandidiert als Fifa-Präsident

Jetzt ist es offiziell: Michel Platini kandidiert als Nachfolger von Fifa-Präsidenten Sepp Blatter. „Natürlich ist Michel Platini ein geeigneter Kandidat“, sagt DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Raus aus der Deckung. Am Mittwoch gab Michel Platini seine Kandidatur bekannt.
Raus aus der Deckung. Am Mittwoch gab Michel Platini seine Kandidatur bekannt.Foto: AFP

Mit einem Brief voller Pathos und dem Willen zur Reform des skandalgeplagten Fußball-Weltverbands hat Michel Platini seine offizielle Kandidatur als Fifa-Präsident verkündet. Der Uefa-Chef geht als großer Favorit in das Rennen um die Nachfolge von Joseph Blatter. „Es gibt Zeiten im Leben, in denen du dein Schicksal in die eigenen Hände nehmen musst“, schrieb der 60 Jahre alte Franzose laut UEFA-Mitteilung von Mittwoch an die 209 Fifa-Mitgliedsverbände. „Dies ist eine sehr persönliche, sorgfältig getroffene Entscheidung, in der ich die Zukunft des Fußballs gegen meine eigene Zukunft abgewogen habe.“

Die Fifa steckt in der größten Krise ihrer Geschichte

Blatter wird den Posten beim Wahl-Kongress am 26. Februar 2016 in Zürich aufgeben. Platini wies darauf hin, dass es „ein Paradoxum“ sei, dass die Fifa seit einem halben Jahrhundert nur von zwei Männern - João Havelange und Blatter - geführt wurde: „Aber die jüngsten Ereignisse zwingen das Leitungsgremium des Weltfußballs, ein neues Kapitel aufzuschlagen und seine Führung zu überdenken.“ Die Fifa steckt nach der Verhaftung von sieben Fußball-Funktionären, darunter zwei ehemalige Weltverbands-Vizepräsidenten, vor zwei Monaten in Zürich in der größten Krise seiner Geschichte.

Bei der vergangenen Kür von Blatter Ende Mai hatte sich Platini noch geziert und auf eine Kampfkandidatur gegen den 79 Jahre alten Schweizer verzichtet. Stattdessen kassierte Prinz Ali bin al-Hussein als Kandidat von Uefa-Gnaden die erwartete Niederlage. Doch danach verkündete Blatter im Zuge des „Tsunami“ durch die Ermittlungen von US-Behörden gegen die Fifa seinen Rückzug.

Mit Platini würde allerdings auch bei weitem kein externer Erneuerer den notwendigen Reformprozess anschieben, er ist bereits seit 13 Jahren Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll Platini nun die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika haben.

Die jüngst demonstrierte Nähe zu Scheich Ahmad al Fahad al Sabah, Herr über Asiens olympische Sportverbände und Fifa-Exkomitglied, gilt zudem als sicheres Indiz, dass der Kuwaiti für diese notwendige Unterstützung aus Asien gesorgt hat. Damit wäre Platini die Stimmenmehrheit nicht mehr zu nehmen.

Auch der Deutsche Fußball-Bund hatte sich zuletzt positiv über eine mögliche Bewerbung des Uefa-Präsidenten für das Amt geäußert. „Natürlich ist Michel Platini ein geeigneter Kandidat“, sagte Wolfgang Niersbach. Der DFB-Chef wird als möglicher Nachfolger bei der Europäischen Fußball-Union gehandelt.

Auch Platini hat einen Makel: sein Engagement für Katar

Allerdings greift Platini auch mit einem Makel nach dem Fifa-Thron. Sein Engagement für die WM 2022 in Katar, wo sein Sohn einen lukrativen Posten bekam, sorgt für einen Kratzer in der Glaubwürdigkeit.

Als einziger ernstzunehmender Konkurrent von Platini hat bislang der frühere Fifa-Vizepräsident Chung Mong Joon aus Südkorea eine Bewerbung angekündigt. Aus Afrika will der liberische Verbandspräsident Musa Bility antreten, zudem strebt die brasilianische Fußball-Legende Zico eine Kandidatur an. Bewerber müssen bis zum 26. Oktober die Unterstützerstimmen von fünf Verbänden eingereicht haben, um zur Wahl zugelassen zu werden.

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