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Nachfolger für Norbert Düwel : Sascha Lewandowski soll den 1. FC Union trainieren

Zweitligist 1. FC Union hat sich von Trainer Norbert Düwel getrennt und sich offenbar für Sascha Lewandowski als Nachfolger entschieden.

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Klatschen für Köpenick? Lewandowski könnte Union beim Erreichen der hohen Ziele helfen.
Klatschen für Köpenick? Lewandowski könnte Union beim Erreichen der hohen Ziele helfen.Foto: dpa

Im Stadion An der Alten Försterei herrschte am Montag Betriebsamkeit. Im Innenraum schraubten Arbeiter an der Bühne für das Konzert der Band Linkin Park am Donnerstag, auf dem Vorplatz der Haupttribüne des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union wurden Tische und Sonnenschirme für das Fest einer Firma am Nachmittag aufgestellt. Zum sportlichen Kerngeschäft des Vereins hatte es schon Stunden zuvor eine Entscheidung gegeben, mit der die Köpenicker wohl nicht nur auf die unbefriedigende Bilanz in dieser Saison reagierten. Norbert Düwel ist gut 15 Monate nach seiner Vorstellung im Mai 2014 nicht mehr Trainer. Seine Entlassung erfolgte noch vor dem morgendlichen Trainingseinheit um 10 Uhr.

Schon am Abend gab es offenbar die nächste Entscheidung. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der Klub Sascha Lewandowski als Nachfolger verpflichten. Lewandowski hatte von 2012 bis 2013 gemeinsam mit Sami Hyypiä Bayer Leverkusen trainiert. Seit 2013 kümmert er sich dort um die Nachwuchsarbeit und könnte noch in dieser Woche in Berlin vorgestellt werden.

Seinem Vorgänger wurde erst einmal Lob hinterhergerufen. „Norbert Düwel hat mit Mut und Konsequenz vieles von dem umgesetzt, was wir uns von seiner Verpflichtung versprochen haben und ist dabei auch nicht vor schwierigen Entscheidungen zurückgeschreckt“, wurde Union-Präsident Dirk Zingler in einer Mitteilung zitiert. „Wir sind jedoch überzeugt davon, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um unsere Ziele zu erreichen.“

Sascha Lewandowski trainierte bereits Bayer Leverkusen in der Bundesliga

Zingler hatte Düwel gegen 8 Uhr in der Geschäftsstelle empfangen. Sechs Minuten dauerte die Unterredung. Keine 45 Minuten später rollte Düwel mit seinem Auto und den aus dem Trainerzimmer geholten Privatutensilien vom Hof. Die meisten Spieler bekamen Düwel nicht mehr zu Gesicht. Über dessen Demission wurden sie von Zingler in der Kabine informiert. Die Mannschaft nahm es professionell auf, offiziell äußern durfte sich aber nur Kapitän Damir Kreilach. „Ich habe etwas zu sagen, wenn es möglich ist, bitte ohne Fragen. Wir als Spieler akzeptieren diese Vereinsentscheidung“, sagte der Kroate. „Wir müssen uns jetzt auf die kommenden Aufgaben konzentrieren und mit dem neuen Trainer in Karlsruhe den ersten Dreier holen. Und noch etwas: Wir als Mannschaft wünschen Norbert Düwel alles Gute.“

Norbert Düwel ist seinen Job beim FC Union los.
Norbert Düwel ist seinen Job beim FC Union los.Foto: dpa

Es bleibt bei den beiden Testspielen am heutigen Dienstag (18 Uhr) bei Lichtenberg 47 und am morgigen Mittwoch (19 Uhr) bei Babelsberg 03. Vom 7. bis 10. September reisen die Unioner wie geplant für ein Kurztrainingslager nach Kienbaum. Dort könnte nun Düwels Nachfolger die Mannschaft kennenlernen. Über die Pressemittelung hinausgehend wollte sich Union nicht zu den Gründen der Entlassung äußern.

Die kommt zum jetzigen Zeitpunkt durchaus überraschend. Düwel schien etliche Trainerleben zu haben, obwohl er selbst das eigene Fanlager spaltete. Er überstand jedenfalls in der Vorsaison als Cheftrainer-Neuling einige Krisensituationen. Sportlich stand er in der Hinrunde mehrfach auf der Kippe. Zudem musste er Kritik für seinen Umgang mit dem frühzeitig nach Cottbus fliehenden Vereinsliebling Torsten Mattuschka und das Zeigen des Mittelfingers gegenüber einem Union-Fan beim Heimspiel gegen 1860 München (1:4) einstecken.

Zu den Gründen der Entlassung wollte sich der Verein nicht detailliert äußern

Zingler hielt in der vergangenen Saison an Düwel fest. Zum einen wollte er der Öffentlichkeit wohl zeigen, dass Union bei der Auswahl eines unbekannten Übungsleiters richtig lag, zum anderen sprang am Ende trotz großer Personalprobleme ein siebenter Platz heraus.


Nun war bei Union der innere Druck offensichtlich größer als der äußere. Selbst im Falle eines Sieges gegen RB Leipzig (1:1) wäre Düwel wohl geflogen. Der Trainer konnte erstmals sein Team mit neun Neuverpflichtungen zusammenstellen. Eine taktische und spielerische Entwicklung war jedoch bislang nicht zu erkennen. Die Neuen erfüllten die Erwartungen nicht, in sechs Pflichtspielen gab es keinen einzigen Sieg. Das Saisonziel Platz eins bis sechs soll nun ein Trainer mit mehr Erfahrung realisieren.

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