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Nachfolger von Bundestrainer Dagur Sigurdsson : Endlich Einigkeit um Christian Prokop

Jetzt ist es offiziell: Der Trainer des SC DHfK Leipzig, Christian Prokop, wird in Zukunft die Handball-Nationalmannschaft betreuen. Ein Kommentar.

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Christian Prokop.
Christian Prokop.Foto: dpa

Mehr als drei Monate zogen sich die Verhandlungen in die Länge, sie waren zäh, keine Seite wollte von ihren Standpunkten und Interessen abrücken – und doch ist es am Freitag, wenige Stunden vor dem All-Star-Spiel der Handball-Bundesliga, zu einer wenig überraschenden Einigung gekommen: Christian Prokop, bislang Trainer beim Bundesligisten SC DHfK Leipzig, beerbt Dagur Sigurdsson als Bundestrainer. Prokop tritt seinen neuen Job zum 1. Juli an und erhält einen Vertrag über fünf Jahre.

Damit herrscht endlich Klarheit in der für den Deutschen Handball-Bund (DHB) wichtigsten wie dringlichsten Personalfrage. In Prokop scheint der Verband einen geeigneten Kandidat gefunden zu haben: jung, motiviert, fachlich erstklassig, ein großer Motivator und Taktiker – so beschreiben ihn Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld. International ist Prokop vielleicht noch unerfahren, aber welcher Trainer kann mit 38 Jahren schon Gegenteiliges von sich behaupten?

Man darf den DHB also durchaus beglückwünschen zu dieser Entscheidung, der Verband hat seinen Wunschkandidaten bekommen, wenngleich er dafür tief in die Tasche greifen muss. Von einer halben Million Euro Ablöse an den Leipziger Bundesligisten ist die Rede. Ebenso bleibt aber festzuhalten: Mit dem Prozedere hat sich der DHB keinen Gefallen getan. Beim SC DHfK waren sie jedenfalls wenig erfreut über die Störgeräusche, die sich in besagten drei Monaten Verhandlungszeit ergaben, zumal mitten in der bisher erfolgreichsten Bundesliga-Saison des Klubs. Zwischenzeitlich stand sogar der Vorwurf im Raum, das Kandidaten-Casting zwischen Prokop und Ex-Nationalspieler Markus Baur sei für die Öffentlichkeit inszeniert worden, Baur sei ein Schein-Kandidat und die Entscheidung hinter verschlossenen Türen längst gefallen.

Wie auch immer: Für Prokop kann man nur hoffen, dass sich das Interesse nun wieder vermehrt auf sportliche Belange konzentriert. Diese Chance hat der neue Bundestrainer schon allein aus Gründen der Fairness verdient.

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