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Nachfolger von Pep Guardiola beim FC Bayern : Carlo Ancelotti: Erfolgstrainer mit Einfühlungsvermögen

Es ist offiziell: Pep Guardiola wird seinen Vertrag in München nicht verlängern. Einen würdigen Nachfolger stellten die Münchner am Sonntag auch gleich vor.

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Der kommende Trainer des FC Bayern München, Carlo Ancelotti dpa
Der kommende Trainer des FC Bayern München, Carlo AncelottiFoto: dpa/EPA/Juanjo Martin

Seinen Nachfolger könne er nicht bestimmen, sagte Pep Guardiola dieser Tage. Aber der Trainer des FC Bayern München tippte sich aufs Herz, als der Name Carlo Ancelotti fiel: „Er ist ein super Mensch und ein super Trainer. Ich habe ein großes Verhältnis zu ihm.“ Ähnlich positiv äußern sich die meisten Weggefährten über den Italiener, der mit Real Madrid und dem AC Mailand zusammen dreimal die Champions League gewann.

„Wir sind Pep Guardiola dankbar für alles, was er unserem Verein seit 2013 gegeben hat. Ich bin überzeugt, dass Pep und unsere Mannschaft jetzt noch intensiver daran arbeiten werden, die großen sportlichen Ziele zu erreichen - gerade, weil nun feststeht, dass Pep den FC Bayern verlassen wird“, äußerte Bayerns Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in der offiziellen Verlautbarung am Sonntag.

Ancelotti wurde schon seit Tagen als Favorit auf Guardiolas Erbe gehandelt. Auch als ein weiterer Großklub als Arbeitgeber ausschied: Der FC Chelsea hat bis zum Saisonende Guus Hiddink verpflichtet.

Der 56 Jahre alte Ancelotti spricht zwar Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch, aber noch kein Deutsch. „Wenn es Giovanni Trapattoni gelernt hat, kann ich das auch“, scherzte Ancelotti schon in der „Sport Bild“. Experten sind sich sicher, der Trainer, der derzeit sein Sabbatical in Vancouver mit Fischen verbringt, würde es vorab zumindest versuchen zu lernen.

Sportlich ist Ancelotti ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Nicht viele haben im Fußball sowohl als Spieler als auch als Trainer den höchsten Europapokal gewonnen und vier Teams in vier Ländern zu nationalen Titeln geführt. Egal ob beim AC Mailand, beim FC Chelsea, bei Paris St. Germain oder bei Real Madrid – der Taktikexperte passte sich überall an und war erfolgreich. In Madrid musste Ancelotti allerdings im Sommer gehen, obwohl er ein Jahr zuvor den ersehnten zehnten Henkelpott geholt hatte. In jener Saison demütigte er auch im Halbfinale Pep Guardiolas Bayern mit 4:0 in der Münchner Arena.

Bis heute trauern ihm Reals Fans und Spieler nach. „Er konnte die Erfolgsbedingungen am besten mixen: die taktische Idee, das Menschliche, was gerade bei Real Madrid nicht so einfach ist“, sagte Toni Kroos und Cristiano Ronaldo schwärmte: „Er ist wie ein großer Bär, ein niedlicher Typ, was für eine einfühlsame Person.“ Seit Ottmar Hitzfeld ist kaum ein großer Trainer so für seine menschlichen Qualitäten gelobt worden. Der Bauernsohn aus Norditalien ist ein Lebemann mit Schwächen für gutes Essen und eine gelegentliche Zigarette. Dennoch arbeitet er seriös und ließ sich nie verbiegen, auch von Klubpatronen wie Berlusconi, Abramowitsch und Perez nicht. Bei kritischen Fragen hebt er oft nur ironisch die Augenbraue. Ancelotti gilt aber für Fans und Medien als zugänglicher als Guardiola. Doch er gestand zuletzt, er könne „Bayerns Spiele nicht genießen“. In der Bundesliga gebe es „zu wenig echten Wettbewerb“. Als Münchner Trainer müsste er dafür sorgen, dass das so bleibt. 

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