Sport : Nachgefragt: Hendrik Herzog: "Schon war ich der große Abzocker"

Herr Herzog[Sie spielen am Sonnabend mit Unterhac]

Hendrik Herzog bestritt 7 Länderspiele für die DDR, spielte bis 2000 für Hertha BSC. Mit Unterhaching stieg er zuletzt aus der 1. Bundesliga ab.

Herr Herzog, Sie spielen am Sonnabend mit Unterhaching in Babelsberg. Haben Sie am Flughafen schon eingecheckt?

Nein, die Mannschaft ist geflogen, ich fahre mit dem Auto. Ich spiele aber gar nicht, weil meine Bänder bei einer Blutgrätsche meines Gegenspielers in Oberhausen gerissen sind. Ich wäre gern dabei gewesen. Zumal Babelsberg guten Fußball spielt. Babelsbergs Trainer Hermann Andreew hat mich ja im vergangenen Jahr drei Monate lang mittrainieren lassen. Babelsberg hat eine sehr sympathische Mannschaft.

Ihr Image dagegen ist eher bescheiden.

Ja, weil eine dieser Boulevardzeitungen geschrieben hatte, dass ich ein 1,3-Millionen-Angebot von Hertha BSC zur Vertragsverlängerung abgelehnt hätte. Da war ich plötzlich der Abzocker. Dabei wollte ich nach England, das war mein Traum.

Gelandet wären Sie aber fast in Cottbus.

Wir waren uns schon einig. Dann sagte Trainer Eduard Geyer, ich solle ein Probetraining machen. Ich habe über 200 Bundesligaspiele bestritten, in der DDR-Nationalmannschaft gespielt. Muss ich da noch ein Probetraining absolvieren? Einen Laktattest habe ich gemacht. Der Manager wollte mir den Vertrag zufaxen, hat sich aber nie mehr gemeldet.

Fühlen Sie sich denn im ländlichen Unterhaching wohl?

Mein Vertrag läuft hier zum Saisonende aus. Wir kehren dann in unser Haus in Kleinmachnow bei Potsdam zurück.

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