Sport : Nachgefragt: Warum Flensburg, Herr Thiel?

Wie war das Comeback?

Andreas Thiel (41) wurde vom Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt, der ein Torwart-Problem hat, reaktiviert. Thiel bestritt 256 Länderspiele und war siebenmal Handballer des Jahres.

Wie war das Comeback?

Es war kein Comeback!

Na gut, wie war dann der Aushilfsjob im Handball-Tor?

Schön. Ich durfte mitspielen. Ich habe sogar einen Ball gehalten. Und die Leute haben mich gemocht.

Sie haben erstmals nicht gegen, sondern für Flensburg gespielt. Haben Sie eine Erklärung, warum Sie so sehr umjubelt wurden?

Das ist so eine Art Altersbonus. Ich habe Jimmy Connors in den letzten Jahren gesehen, als der gespielt hat. Der wurde auch ordentlich gefeiert. Wenn die Oldies kommen, scheint es etwas Besonderes zu sein. Ich weiß auch nicht warum.

Warum ausgerechnet Flensburg?

Natürlich gab es auch andere Anfragen, aber hier passt alles. Ich bin nur zweiter Mann, nur Sicherheitsfaktor. Flensburg will mich nur dabei haben. Mehr schaffe ich auch beruflich nicht.

Woran liegt es, dass es für die Flensburger zu dem ganz großen Wurf nie gereicht hat?

Das weiß ich nicht. Ich habe aber überhaupt nicht das Gefühl, dass da eine Schar von verängstigten Kaninchen hockt. Im Gegenteil: Das sind alles Typen, die sind konzentriert und locker. Es macht einfach Spaß. Von der Klasse der jeweiligen Handballer und von den Typen, die dabei sind.

Haben Sie jemals in so einer guten Vereinsmannschaft gespielt?

Ja, damals beim VfL Gummersbach, der ja immerhin mehrmals Europapokalsieger wurde.

Das ist ja nun auch schon eine Weile her, was hat sich denn verändert?

Die Typen sicherlich nicht. Was sich verändert hat, ist die individuelle Stärke eines jeden Einzelnen. Das sind Welten zu früher. Früher gab es zwei, die fest werfen konnten, heute kann das jeder.

Wann kehren Sie wieder richtig ins Handball-Geschäft zurück?

Ich bin ja jetzt bei den Frauen in Leverkusen Torwarttrainer. Das läuft in einem zeitlich überschaubaren Rahmen. Und wenn ich noch einmal im Männer-Handball tätig werde, sicherlich nicht als Trainer oder Spieler. Ein Funktionärsposition würde mir eher behagen.

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