Sport : Nachlässiger Sieg

Leverkusen schlägt Köln im rheinischen Duell 3:2

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Stark verloren. Lukas Podolski (mit Ball) überzeugte im rheinischen Derby, die Niederlage konnte Kölns Nationalspieler allerdings auch nicht verhindern. Foto: dpa
Stark verloren. Lukas Podolski (mit Ball) überzeugte im rheinischen Derby, die Niederlage konnte Kölns Nationalspieler allerdings...Foto: dpa

Die Spieler mussten erst einmal durchatmen. Das 3:2 von Bayer Leverkusen gegen den 1. FC Köln hatte bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. „Wir haben Glück gehabt. Aber wir haben gewonnen“, sagte Leverkusens Stefan Reinartz. Der Kölner Lukas Podolski wollte gar nichts sagen und sich erst einmal mit einer wärmenden Dusche beruhigen.

Es war ein intensives, hart umkämpftes rheinisches Derby, in dem sich am Ende die größere individuelle Qualität der Leverkusener durchsetzte. Bayer war früh durch Patrick Helmes in Führung gegangen, aber die Kölner hatten kurz darauf eine Antwort parat. Pedro Geromel glich nach einem Freistoß von Lukas Podolski aus. Es war ein Tag, an dem die Kölner zeigen wollten, dass sie noch weit davon entfernt sind, sich aufzugeben. Vor allem Lukas Podolski zeigte unbändigen Willen und Einsatzbereitschaft.

Die Leverkusener, die das schnelle Kombinationsspiel bevorzugen, ließen sich auch vom seifigen, von Schnee befreiten Untergrund nicht von ihrer Spielidee abbringen, hatten aber große Probleme mit den kampfstarken Kölnern. Allerdings zeigte sich in diesem Spiel auch, weshalb der FC im Tabellenkeller festhängt. Sowohl der zweite Leverkusener Treffer durch Tranquillo Barnetta wie auch das 3:1 durch Stefan Reinartz ließen Zweifel an der Bundesligatauglichkeit der Kölner Defensive aufkommen, derart freistehend waren die Leverkusener Spieler zum Abschluss gelangt. Die Mannschaft von Frank Schaefer tritt in der laufenden Saison eigentlich selten wie ein Abstiegskandidat auf, doch mit eklatanten Abwehrfehlern zerstört sie sich ihre intensive Arbeit zu häufig selbst.

„Für uns war mehr drin. Wir können zwar einige positive Aspekte mitnehmen. Aber letztlich haben wir doch verloren“, sagte der Kölner Trainer. Als positiven Aspekt dürfte in Schaefers Gedächtnis allerdings der große Wille seiner Spieler haften bleiben, für den die Kölner zwischenzeitlich auch belohnt wurden. Martin Lanig gelang nur eine Minute nach seiner Einwechslung der Anschlusstreffer, nach Pass von Podolski. Und wenige Sekunden später hatte Lanig sogar den Ausgleich auf dem Fuß, vergab aber um Zentimeter. Zudem wurde den Kölnern ein eigentlich regulärer Treffer von Lukas Podolski aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung verwehrt.

Leverkusens Trainer Jupp Heynckes war sichtlich verärgert über seine Spieler. Durch ihre Nachlässigkeit hatten sie zugelassen, dass die Kölner sie in der Endphase unter großen Druck setzen konnten. „Eine Mannschaft mit unseren Ansprüchen muss nach einer Zwei-Tore-Führung anders agieren“, sagte Heynckes. Trotz aller Mängel, die am Sonntag zu Tage traten, hat sich Bayer Leverkusen mit diesem Erfolg in der Spitzengruppe der Bundesliga festgesetzt. Zumindest damit war dann auch Jupp Heynckes zufrieden. Die Kölner fuhren dagegen nicht nur mit null Punkten, sondern auch noch mit teils leeren Taschen nach Hause. Unbekannte hatten während der Partie Geld, Handys und andere Wertsachen der FC-Profis aus der Kabine entwendet.

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