Sport : Nachrichten

Enrico Kern[Kapitän Hansa Rostock]

Natürlich sind wir bei Hansa vor dem Spiel in Cottbus angespannt. Wir wissen, dass es wegweisend sein kann. Gewinnen wir, machen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Obwohl wir mit fünf Niederlagen in die Saison gestartet sind, hat unser Team bewiesen, dass es in die Bundesliga gehört. Unser größtes Manko ist die fehlende Konstanz. Kein Wunder: Wir sind eine junge, recht unerfahrene Truppe. Ein Dutzend Spieler hat in dieser Saison ihr Debüt in der Bundesliga gegeben.

Trotzdem haben wir es noch immer selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu schaffen. Das macht Mut. Wir besinnen uns gerade auf unsere Stärken: den Teamgeist, die Moral. Auf das Gerede, dass wir uns zu wenig Tormöglichkeiten herausspielen oder aber diese nicht nutzen, gebe ich nichts. Unser Augenmerk lag immer auf einer sicheren Abwehr. Und ob wir letztlich die Klasse mit einem Punkt oder sogar nur mit einem Tor Unterschied halten, ist doch, mit Verlaub, scheißegal.

Es ist doch so: Irgendwann kriegt jeder seine Chance. Wir haben in dieser Saison immer wieder erfahren, wie eng Gut und Böse beieinander liegen. In Karlsruhe zum Beispiel hat alles super geklappt. Wir spielen gut mit, wir verwerten die Chancen – wir gewinnen 2:1. Dann, ein paar Tage später zu Hause gegen Bremen, schlagen wir uns auch gut, verlieren aber unglücklich 1:2. Das war hart, auch deshalb, weil jetzt am Saisonende Niederlagen doppelt so schwer wiegen. Aber wir lassen uns nicht hängen. Wir sind jetzt noch näher zusammengerückt. Die Älteren müssen die Jüngeren aufrütteln.

Unser Vorteil im Endspurt ist, dass wir starke Nerven haben. Das haben wir schon in der vergangenen Saison gezeigt, als es um den Aufstieg ging. Wenn's darauf ankam, waren wir gut – etwa am 33. Spieltag beim Auswärtssieg gegen 1860 München, nachdem wir zuvor zu Hause gegen Koblenz verloren hatten. Vor dem Spiel in München sind wir ins Trainingslager gegangen und haben uns auf uns allein konzentriert. Das hat’s gebracht. Auch vor dem Cottbus-Spiel waren wir im „Camp“, so wichtig ist uns das. Ich will heute trotz meiner Wadenverletzung dabei sein, notfalls mit Hilfe von Tabletten oder Spritzen.

Aufgezeichnet von Kerstin Hebeler

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